Einig ist man sich in der Wirtschaftskammer, dass es 2020 nicht im vollen Tempo weitergehen wird. Die letzten drei Jahre waren wirtschaftlich sehr stark, nun ist es für WK-Präsident Christoph Walser an der Zeit, mutig Reformen anzupacken. Für Bezirksobmann Martin Hirner sind im Jahr 2020 die Themen Verkehr und Mobilität sowie IT-Kompetenz vorrangig.

„Wir müssen mit der Zeit gehen“, so Walser beim traditionellen Neujahrsempfang in der Wirtschaftskammer Kufstein am Mittwoch, 15. Jänner. Die politischen Rahmenbedingungen zeigen die Richtung für die Entwicklung, so der WKO-Präsident weiter.

Verkehr
Als lange noch nicht gelöst sieht man die Verkehrsproblematik in und rund um Kufstein - auch nach Wegfall der Vignettenkontrolle seit 15. Dezember 2019. „Die anhaltenden Grenzkontrollen sind uns weiterhin ein Dorn im Auge. In Wirklichkeit quält Deutschland mit dieser Maßnahme die eigenen Leute“, so Hirner. Und so „bekniete“ er die Besucher aus Bayern, vor allem die der CSU, dass dieser „Autobahngrenz-Wahnsinn“ bald ein Ende nimmt.
Mit eigenen Projekten will die Wirtschaftskammer Lösungen anbieten: So soll in Wörgl mit dem Projekt „City-Logistic“ die Belieferung der Stadt mit alternativen Antrieben erfolgen. Beim Projekt „Täler-Logistic“ sollen Güter gesammelt werden und gemeinsam konzentriert in die Seitenträger gebracht werden.
Außerdem will man die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, dass Mitarbeiter eher bereit sind, auf das private Auto zu verzichten und auf öffentliche Alternativen oder das Rad zurückzugreifen. Zehn Betriebe nehmen aktuell an diesem Projekt teil.

Coding & Makers Club
Präsentiert wurde bei der Pressekonfernz zum Neujahrsempfang auch das neue Projekt „Coding & Makers Club Kufstein“. Mit Schulbeginn 2020 will man einmal in der Woche Raum zum Experimentieren mit technischen Geräten wie 3d-Drucker, Laser-Cutter, Löten und elektrischen Schaltkreisen usw. anbieten und so das IT-Interesse bei Kindern und Jugendlichen fördern. „Eine durchgeführte Bedarfsanalyse zeigte ein hohes Interesse bei befragten Eltern und Kindern und es wäre eine Weiterführung von „Coding 4 Kids“, bei dem große Begeisterung herrscht“, so Wirtschaftskammer Kufstein Geschäftsführer Peter Wachter.
Außerdem wird derzeit an der Weiterentwicklung der Innovationsplattform Kufstein (i.ku)v gearbeitet. „Die Plattform soll im Frühjahr eigenständig und für weitere Partner aus der Wirtschaft geöffnet werden“, berichtet Hirner.

Lehre stärken
In seiner Neujahrsrede fordert Hirner zudem, dass Langzeitarbeitslose schneller zum Arbeiten bewegt oder das Tor für Saisoniers geöffnet werden muss, um dem Fachkräftemangel im Tourismus gegenzuwirken und weitere Schließungen von solchen Betrieben zu verhindern. Gleichzeitig soll der Stellenwert der Lehre weiter erhöht werden und auf Augenhöhe der Schulausbildung angehoben werden.

Wirtschaftskammerwahl
Zum Abschluss seiner Rede forderte Hirner noch alle Unternehmer auf, bei der am 3. und 4. März stattfindenden Wirtschaftskammerwahl vom Wahlrecht Gebrauch zu machen: „Nur mit einer hohen Beteiligung haben wir auch eine starke Wirtschaftsvertretung.“

V. l.: Evelyn Geiger-Anker, Christoph Walser, Martin Hirner und Peter Wachter von der Wirtschaftskammer.