Sonntag, 8. November 2026

Drei Tage, drei musikalische Welten und dreimal ein Publikum, das sich am Ende von den Sitzen erhob: Das 8. Internationale Gitarrenfestival „La Guitarra Erl“ im Festspielhaus wurde zu einem eindrucksvollen Plädoyer für musikalische Vielfalt.

Intendantin Julia Malischnig spannte unter dem Motto „Ritmos de Corazón“ einen Bogen vom ursprünglichen Flamenco über die außergewöhnliche Verbindung von Gitarrenmusik und Big-Band-Sound bis zur grenzenlosen Weltmusik von Latin-Grammy-Gewinnerin Buika.
Den Auftakt setzte der spanische Ausnahmegitarrist Daniel Casares mit seinem Flamenco-Sextett. Unter dem Titel „El poder de lo sutil – von der Kraft der leisen Töne“ zeigte der Musiker aus Málaga, dass Flamenco weit mehr ist als rasante Gitarrenläufe. Stimme, Tanz, Percussion und Saiten verschmolzen zu einem intensiven Dialog, in dem sich Virtuosität und Emotion gegenseitig steigerten.
Zum eigentlichen Herzstück des Festivals wurde die Uraufführung von „Ritmos de Amistad“. Julia Malischnig wagte dabei ein Experiment: Kann die intime, feingliedrige Klangwelt der Gitarre mit der Wucht und Farbenvielfalt einer Big Band zu einer Einheit werden? Die Antwort des Abends fiel eindeutig aus: Ja. Grundlage waren Stücke aus Malischnigs neuem Album „Amistad“, einer Hommage an Freundschaft und kulturelle Verbundenheit. Gemeinsam mit Gitarrist Cecilio Perera, Akkordeonist Klaus Paier, Wolfgang Puschnig an Flöte und Saxophon, Cellistin Asja Valčić, Bassist Stefan Gfrerrer, Percussionist Klaus Lippitsch und Tänzerin Marina Razumovskaja traf Malischnigs Ensemble auf die kelagBIGband.
Dass La Guitarra Erl zugleich in die Zukunft blickt, bewies das Impulskonzert: Benno Panhans an der Gitarre und Darius Schmid an der Violine präsentierten im Foyer des Festspielhauses einen frischen Zugang zur Gitarrenkammermusik.
Für einen Abschluss, der kaum kontrastreicher zum Festival-auftakt hätte sein können, sorgte Buika. Die spanische Sängerin gilt als eine der außergewöhnlichsten Stimmen zwischen Weltmusik, Flamenco, Jazz, Soul und Pop. Gemeinsam mit Gitarrist Jerónimo Maya und ihrer Band ließ sie musikalische Grenzen bedeutungslos werden. Was blieb, waren Rhythmus, Emotion und eine unmittelbare Verbindung zum Publikum.

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Kufsteinblick Ausgabe Nr. 45 – 4. November 2026