Der neue Obmann der Wirtschaftskammer Kufstein, Manfred Hautz, fordert eine weitsichtigere Strategie der Bundesregierung, eine sofortige Kurzarbeit für Saisoniers sowie eine unbürokratische Hilfe für den Sportfachhandel im ländlichen Raum.

Vor allem für die Unternehmer fordert Hautz aktuell mehr Planungssicherheit: „Leider sind diese Lockdowns teilweise halbherzig umgesetzt worden und für uns Unternehmer wirklich sehr planlos vor sich gegangen. Wir haben uns von Woche zu Woche gehantelt“, kritisiert der neue WK-Obmann die Bundesregierung. Für Hautz wäre eine weitsichtigere Strategie wünschenswert gewesen, sodass sich Unternehmer besser auf einen Lockdown einstellen hätten können.

Gastronomie
Ein Problem, das sich durch die Corona-Krise weiter verschärft, ist der Facharbeitermangel in der Gastronomie. Aufgrund des verzögerten Saisonstartes würden viele Stammmitarbeiter vom AMS in andere Jobs vermittelt werden. „Um die Fachkräfte in unseren Betrieben zu halten, muss die Kurzarbeit sofort nach einer Wiedereinstellung ermöglicht werden“, fordert der Scheffauer Hotelier. Bisher kann die Kurzarbeit für einen Mitarbeiter erst nach einem Monat beantragt werden. Der Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, Christoph Walser, hat festgestellt, dass viele Mitarbeiter, die früher im Tourismus waren, jetzt in der Industrie angeheuert haben: „Da braucht es eine Veränderung. Für ein Unternehmen, das geschlossen hat, kann das zum Teil der finanzielle Ruin sein“, fordert auch Walser eine sofortige Kurzarbeit für Saisoniers. „Wenn man ganz realistisch ist, ist der 7. Jänner (Anm. geplante Öffnung der Gastro- und Tourismusbetriebe) mehr als unrealistisch. Die Wintersaison wird frühestens Ende Jänner, Anfang Februar starten“, erklärt Walser.

Punktuelle Hilfe
Schwierig sei es derzeit vor allem für Reisebüros, Veranstaltungsfirmen, Getränkehändler, Gastrozulieferer, etc. Auch der Sporthandel in den ländlichen Regionen bleibe oft auf der Strecke. „Wir versuchen, in Richtung Finanzministerium Druck zu machen, dass es nochmal zusätzliche Vergütungen gibt. Das Problem kennt bis hin zum Bundeskanzler wirklich jeder“, versichert Walser.

Bedankten sich bei Alt-Obmann Martin Hirner (li.) für seine tolle Arbeit in den vergangenen Jahren: Manfred Hautz, Christoph Walser sowie Bezirksstellenleiter Peter Wachter (v. l.)