Zwischen 1946 und 1949 lud die Schweizer Stadt Frauenfeld jeden Sommer zwischen  75 und 85 Kufsteiner Kinder zu einem mehrwöchigen Aufenthalt ein. Nach diesem Vorbild startet die Stadt Kufstein jetzt eine Hilfsaktion für die ukrainische Stadt Berezhany.

In der rund 100 Kilometer südlich von Lemberg gelegenen Stadt Berezhany suchen aktuell rund 3.000 Vertriebene - vor allem aus dem ostukrainischen Bachmut - Zuflucht. Um einigen Menschen in dieser Region helfen zu können, plant die Stadt Kufstein, vom 20. Juli bis 3. August insgesamt rund 70 Frauen und Kinder aus Berezhany für einen zweiwöchigen Erholungsaufenthalt nach Kufstein zu holen. „Es ist eine Winzigkeit, die wir tun - aber diese Winzigkeit ist doch wichtig. Es ist ein Symbol und eine Botschaft die sagt: Europa lässt euch nicht allein“, hofft Kulturreferent Klaus Reitberger, dass diesem Beispiel viele Städte in Europa folgen werden.
Die Stadtgemeinde Kufstein organisiert den Transport von und nach Berezhany und koordiniert die Unterbringung bzw. die Aktivitäten vor Ort. Während des Aufenthalts der Gäste werden auch mehrere Personen im Einsatz sein, die über ukrainische Sprachkenntnisse verfügen und bei Bedarf als Übersetzer jederzeit einsatzbereit sind.

Auf Hilfsbereitschaft angewiesen
Das Hilfsprojekt ist auf die Mithilfe und Rückhalt von Seiten der Bürger angewiesen. Einerseits werden Gastfamilien für die Frauen und Kinder aus der Ukraine gesucht. Da die Stadtgemeinde tagsüber ein umfangreiches Programm an Ausflügen, Kursen etc. anbietet, ist es nicht notwendig, dass die Gastfamilien den ganzen Tag lang zur Verfügung stehen.  Andererseits ist auch die Unterstützung der lokalen Unternehmen und der Kultur-, Sport- und Traditionsvereine wichtig. „Wir brauchen einerseits die Mithilfe von Unternehmen, die einzelne Programmpunkte finanziell unterstützen. Wir brauchen aber vor allem auch viele Freiwillige oder auch Vereine, die sich in der Lage sehen, die ein oder andere Aktivität zu leiten und zu betreuen“, erklärt Reitberger. Erfreulicherweise zeichnet sich schon jetzt viel Unterstützung für das Hilfsprojekt ab - u. a. haben sich bereits die ersten Gastfamilien gemeldet. Sollten die Hilfsangebote nicht ausreichen, hat die Stadt Kufstein bereits € 90.000,- budgetiert.

Infoabend
Am 29. Februar findet um 19 Uhr im Kultur Quartier Kufstein für alle Interessierte ein Infoabend zum Projekt statt. Auch über die eigens eingerichtete Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! sind Fragen und Hilfsangebote möglich.


V. l.: Städtepartnerschaftsbeauftragter Horst Steiner, Kulturreferent Klaus Reitberger, Vize-Bgm. Stefan Graf und Mitorganisatorin Julia Berger hoffen auf die Mithilfe der Kufsteiner Bevölkerung.