Den Weltfrauentag nehmen die Tiroler Grünen zum Anlass, den gesamten März über auf die Themen Frauenrechte und Frauengesundheit aufmerksam zu machen. Unter dem Titel „Frauen.Macht.Gesundheit“ werden auch im Bezirk Kufstein mit Aktionen Tabuthemen (u. a. Endometriose) aufgegriffen und Forderungen an die Landespolitik gerichtet. „Es geht nicht nur darum, neue Gleichberechtigungsforderungen umzusetzen, sondern auch darum, dass viele bereits erkämpfte Rechte wieder vulnerabel werden“, erklärt Zeliha Arslan, Frauensprecherin im Tiroler Landtag. U. a. fordern die Grünen den Ausbau der Kinderbetreuung: „Wir sind in Tirol Schlusslicht beim Pensions-Gap. Bei uns erhalten Frauen knapp 43 % weniger Pension als Männer. Frauen werden zweimal bestraft – einmal beim Einkommen und einmal bei der Pension. Da wäre ein wichtiger Schritt der Ausbau der Kinderbetreuung“, ergänzt Arslan. Die Landesregierung habe die Vermittlungsplattform Frieda als Lösung präsentiert. Diese sei aber nur ein Bestandteil, um zu einer Lösung zu kommen: „Es ist wichtig, dass mit dem Rechtsanspruch auch die verpflichtende Vermittlung kommt.“
Ebenfalls gefordert wird eine Gewaltschutzeinrichtung mit einer öffentlichen Adresse in Tirol: „Die Scham muss die Seite wechseln. Wir müssen den Radius von den gewaltätigen Männern eingrenzen, nicht jenen von den Frauen“, sagt Arslan.
Weiters brauche es in Tirol einen Rechtsanspruch auf eine gynäkologische Grundversorgung – derzeit hätten Frauen keine Wahlfreiheit.
Dies unterstreichen auch die Zahlen aus dem Bezirk Kufstein: Für 49.090 Frauen über 15 Jahren gibt es lediglich drei Frauenarzt-Planstellen mit einem Kassenvertrag der ÖGK – zwei in der Stadt Kufstein und eine in Wörgl.
Infostand in Wörgl
Am kommenden Samstag, 21. März, informieren die Grünen von 10 bis 12 Uhr bei einem Stand gegenüber vom City Center in der Wörgler Bahnhofstraße zu den Themen Frauenrechte und Frauengesundheit. U. a. wird ein Periodensimulator für Männer angeboten, dazu gibt es Give-Aways.

V. l.: Victoria DaCosta und Zeliha Arslan
