Die Jahresrechnung 2025 stand im Mittelpunkt der Wörgler Gemeinderatssitzung vergangenen Mittwoch, 25. März. Bgm. Michael Riedhart (Wörgl Bewegen, ÖVP) sprach gleich zu Beginn von einem „sehr erfreulichen Antrag“, Kritik gab es von der Opposition.
Obwohl der Ergebnishaushalt ein Minus von € 352.000,- und der Finanzierungshaushalt ein Minus von € 5,49 Mio. (Nettofinanzierungssaldo) aufweist, unterstrich Riedhart, dass Wörgl finanziell auf stabilen Beinen stehe. In seiner Präsentation legte der Stadtchef die Zahlen dar: Die liquiden Mittel konnten im Vergleich zu 2024 um € 440.000,- auf € 7,01 Mio. , das Anlagevermögen von € 119,3 Mio. auf € 125,9 Mio. gesteigert werden. Obwohl die Finanzschulden um € 6,4 Mio. auf € 29,6 gestiegen sind, sank der Verschuldungsgrad der Stadt Wörgl von 39,48 % auf 37,45 %. Lt. Riedhart wurden im vergangenen Jahr € 3,11 Mio. weniger ausgegeben als budgetiert – investiert wurden trotzdem € 7,41 Mio. u. a. in die Kinderbetreuung und Straßensanierungen.
GR Gabi Madersbacher (ehem. Liste Hedi Wechner) findet die Stoßrichtung gut: „Wir haben heuer das erste Mal (Anm. in dieser Gemeinderatsperiode) ein besseres Ergebnis als veranschlagt.“
Kritik von der Opposition
GR Iris Kahn (Grüne) kritisierte, dass viele budgetierte Posten nicht ausgeschöpft wurden: „Es gibt kaum noch Projekte, die in den Ausschüssen entwickelt werden, viele Ausschüsse werden abgesagt.“ Dazu zeigte Kahn auf, dass beim Personal zwar € 651.000,- weniger ausgegeben wurde, jedoch über € 1 Mio. für Leihpersonal im Seniorenheim aufgewendet wurde: „Unter dem Strich haben wir da mehr ausgegeben.“
GR Patricia Kofler (Wir für Wörgl) sieht die Verringerung des Verschludungsgrades zwar positiv, wies jedoch darauf hin, dass dieser in den letzten Jahren bereits um 21 % gestiegen sei – dies dürfe nicht vergessen werden. Ebenfalls seien die liquiden Mittel trotz Zuwachses in der Vergangenheit ebenfalls von € 14,5 Mio. auf € 7 Mio. gesenkt worden.
Gestiegene Abgabenertragsanteile
StR. Christian Kovacevic (Liste Hedi Wechner) betonte in einer Aussendung, dass die Abgabenertragsanteile von Bund und Land in den letzten Monaten des Jahres 2025 deutlich gestiegen sind - daher konnten zahlreiche Tiroler Gemeinden hohe Jahresüberschüsse erzielen. In Wörgl seien das lt. Kofler weit über € 1 Mio. an ungeplanten Mehreinnahmen gewesen.
„In den Unterlagen zum Gemeinderat wird ein Überschuss von € 6,4 Mio. dargestellt, der sich allerdings nur durch die Aufnahme von Finanzierungen in Höhe von € 7,7 Mio. ergibt. Dass nun also dem Gemeinderat und der Wörgler Bevölkerung ein positiver Rechnungsabschluss vorgegaukelt wird, der nur durch die Aufnahme eines sehr hohen Kredites erreicht wurde, ist für mich eine Schönfärberei der Finanzen“, kritisiert Kovacevic einen „noch nie dagewesenen Höchststand an Schulden.“ Damit verbunden würden auch die jährlichen Kredit- und Zinszahlungen steigen, der finanzielle Spielraum für die Stadt Wörgl werde immer enger.
