Nachdem bekannt wurde, dass die Renovierung des Hechtsee-Restaurants aufgrund von Statikproblemen deutlich teurer ausfallen würde (der Kufsteinblick berichtete), hat sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch, 29. April, für die kleinere Variante entschieden. Errichtet und betrieben wird das Restaurant künftig von der Festung Kufstein GmbH.

„Wir haben das Restaurant europaweit ausgeschrieben, kein einziger Interessent hat sich gemeldet. Ich habe dann mit der Festung Kufstein GmbH gesprochen, ob sie das nicht betreiben könnte. Sie sagte, grundsätzlich schon, aber nicht in der derzeitigen Form. Abgesehen davon hat sich gezeigt, dass aufgrund des langjährigen Betriebes viele Dinge nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen. Die Lüftung ist zu schwach, die Küche zu niedrig und die Elektrik zu erneuern“, erklärte Bürgermeister Martin Krumschnabel. 
Im Wettbewerb wurden die Baukosten mit € 2,5 Mio. angesetzt, damit sich ein Betreiber die Pacht leisten kann. Eine Jury aus Fachleuten legte sich auf ein Projekt fest, bei dem die Einhaltung dieser Kosten realistisch erschien. 
Bei einer Präsentation stellte sich jedoch heraus, dass die tatsächlichen Kosten deutlich höher liegen würden – bei über € 4,4 Mio. Die Mehrkosten ergaben sich insbesondere aus einer statischen Überprüfung. „Wir haben berechnet, was das für die Pachtkosten bedeuten würde, und sind auf rund € 300.000,- pro Jahr gekommen. Das wäre eine unglaublich hohe Pacht. Die Festung Kufstein GmbH hat gesagt, dass sie das nicht schaffen würde“, so Krumschnabel.
Der Architekt schlug daraufhin eine Sanierungsvariante vor, die netto rund € 2,7 Mio. gekostet hätte. Das Problem eines personalintensiven Betriebs wäre jedoch bestehen geblieben. In weiteren Gesprächen mit der Festung Kufstein GmbH entstand schließlich ein reduziertes Konzept. „Ich habe vorgeschlagen, eine Einbringung vorzunehmen. Das wurde geprüft. Die GmbH würde das Restaurant errichten und ab dem nächsten Sommer betreiben“, so der Bürgermeister. Die Festung Kufstein GmbH ist ein stadteigenes Unternehmen.
Krumschnabel betonte zudem: „Wir haben in den letzten Monaten intensiv an diesem Projekt gearbeitet und immer klar kommuniziert, dass wir zwischen Sanierung und Neubau entscheiden. In war des Öfteren zu lesen, dass es gar kein Projekt am Hechtsee geben werde – das war zu keinem Zeitpunkt angedacht. Wir haben auch nichts herausgerissen. Ich weiß nicht, was das für eine Transparenz sein soll, wenn solche Unwahrheiten verbreitet werden.“
Stadtrat Richard Salzburger (Kufsteiner VP) sieht Synergien durch den Betrieb durch die Festung Kufstein GmbH: „Das Personal kann flexibel dort eingesetzt werden, wo es gerade benötigt wird. Und sollte sich die Situation ändern und die GmbH den Betrieb nicht mehr führen können, ist es aufgrund der kleineren Dimension leichter, einen neuen Betreiber zu finden.“
Der Gemeinderat stimmte mit 20:1 Stimmen (Gegenstimme NEOS) für die kleinere Variante. Vorgesehen ist der vollständige Abbruch des bestehenden Restaurantgeschosses sowie die Errichtung eines neuen Gebäudes. Geplant sind eine Grundfläche von 145 m² und eine Terrasse mit 600 m². Im Innenbereich sind 45 Sitzplätze vorgesehen, auf der Terrasse rund 80. Die Investitionskosten betragen laut Kostenschätzung rund € 2.232.000,- netto.


Das Restaurant am Hechtsee soll in   einer kleineren Variante neu errichtet werden.Foto: Alexander Pierzinger