Die Kufsteiner Straße zwischen der Staatsgrenze und Kiefersfelden ist derzeit wegen umfassender Sanierungsarbeiten gesperrt. Die Zufahrt von Kufstein über die A 93 ist jedoch weiterhin möglich. Der zusätzliche Zeitaufwand bleibt laut Bgm. Hajo Gruber gering.
Seit 11. Mai wird die Staatsstraße 2089 umfassend erneuert. Der erste Bauabschnitt reicht von der Landesgrenze bis zur Einfahrt in das Gewerbegebiet, der zweite Abschnitt beginnt am 17. August und führt bis zur Kreuzung Bahnhofstraße/Kufsteiner Straße. Die Bauarbeiten verlaufen planmäßig. Am 16. Oktober soll der zweite Abschnitt fertiggestellt und die Straße für den Verkehr wieder freigegeben werden.
Neben der Erneuerung der Fahrbahn entstehen u. a. ein neuer Geh- und Radweg, Querungshilfen und neue Parkplätze. Die Fahrbahn wird schmäler und der bisher stark vom Verkehr geprägte Bereich soll deutlich aufgewertet werden. „Langfristig wird Kiefersfelden dadurch mehr zum Ferienort. Der Grenzcharakter fällt weg“, erklärt Gruber.
Umweg dauert nur wenige Minuten
Während der Vollsperre wird der Durchgangsverkehr über die A 93 umgeleitet, zwischen Kiefersfelden und Kufstein Süd besteht keine Vignettenpflicht. Nach Angaben des Bürgermeisters ist die Autobahn trotz Grenzkontrollen meistens gut passierbar. Der Umweg sei daher kaum relevant, der Zeitverlust betrage nur wenige Minuten. „Man ist schneller in Kiefersfelden, als es der erste Eindruck oft vermuten lässt. Wir freuen uns über jeden Tiroler, der zu uns fährt“, betont Gruber.
Nach Abschluss des ersten Bauabschnittes ist die Gemeinde bestrebt, einen Kompromiss zu finden und die direkte Verbindung von und nach Kufstein für den „kleinen Grenzverkehr“, insbesondere für Pendler, so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Gruber stehe dazu laufend mit dem zuständigen Staatlichen Bauamt Rosenheim in Kontakt. Eine Umleitung des gesamten Verkehrs über die König-Otto-Straße werde jedoch kritisch gesehen.
Auch Tourist-Info-Leiterin Nicole Bugl weist darauf hin, dass Kiefersfelden weiterhin gut erreichbar ist. Neben der Autobahn können Gäste mit der Gästekarte kostenlos stündlich mit dem Zug zwischen Kiefersfelden und Kufstein fahren. Der Innradweg ist ebenfalls frei. Für Gäste aus Ebbs biete sich zudem die
Innfähre beim Hödnerhof als alternative Verbindung an.
Weniger Verkehr, aber Einbußen für Betriebe
Die derzeitige Ruhe hat für Einheimische und Gäste auch positive Seiten. Laut Bugl ist es in den Gaststätten und entlang der Straße wesentlich ruhiger und gemütlicher. Auch Gruber verweist auf die bayerische Wirtshauskultur: Auf den Terrassen der Betriebe lasse sich der Aufenthalt ohne den sonst üblichen Durchzugsverkehr derzeit besonders ruhig genießen. Die Hotellerie spüre nach seinen Angaben kaum Auswirkungen.
Umsatzeinbußen
Für einzelne Unternehmen stellt die Vollsperre allerdings eine deutliche Belastung dar. Stefanie Tschappeller, Chefin der Bäckerei Schneider, berichtet von Umsatzeinbußen von bis zu 20 Prozent. Gerade für kleinere Betriebe sei die Situation schwierig, da Kiefersfelden auch von Kunden aus Tirol sowie vom Durchreiseverkehr lebe. Die Personalplanung für den Sommer sei dadurch nur schwer kalkulierbar.
Tschappeller kritisiert insbesondere, dass beide Fahrspuren vollständig gesperrt wurden. Ihrer Ansicht nach hätte die Baustelle auch bei einer einspurigen Verkehrsführung abgewickelt werden können. Sie hofft auf eine möglichst rasche Öffnung, da neben der Bäckerei auch weitere Betriebe wie Gaststätten, Eisdiele und Hallenbad auf Gäste aus Tirol angewiesen seien.
Die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt verlaufen planmäßig.
Laut Bgm. Hajo Gruber beträgt der Zeitverlust nur wenige Minuten.
Nicole Bugl, Leiterin Tourist-Info Kiefersfelden.
