Seit September 2025 betreibt die Gubert GmbH neben dem Riederwies Feriendorf im Wörgler Ortsteil Bruckhäusl eine Bodenaushubdeponie. Jetzt hat das Jenbacher Unternehmen in unmittelbarer Nähe um Bewilligung einer weiteren Bodenaushubdeponie angesucht. Dies stößt beim Verein „Bruckhäusl aktiv“ sowie den Anrainern auf massive Kritik.
Durch einen Zufall habe Josef Stöger, einer der Eigentümer eines Chalets im Feriendorf Riederwies, von der Wörgler Amtstafel erfahren, dass die Gubert GmbH um eine weitere Bodenaushubdeponie auf den Feldern rund um den „Grill-Bauern“ angesucht hat. Auf einer Fläche von rund 15.600 m2 soll die Deponie mit einer Kapazität von 85.900 m3 errichtet und drei bis zehn Jahre lang betrieben werden. Doch bereits jetzt ist die Belastung hoch: Die Anrainer beklagen aufgrund der aktuellen Deponie direkt neben dem Feriendorf eine hohe Lärm- und Feinstaubbelastung sowie viel Schwerverkehr auf der einspurigen Straße. Ein Chalet-Besitzer berichtet derzeit von wöchentlichen Einbußen in Höhe von rund € 2.500,- durch Stornierungen. Zudem hätten im Feriendorf Dreharbeiten für die Erfolgsserie „Der Bergdoktor“ stattfinden sollen, die aufgrund der bestehenden Deponie jedoch abgesagt wurden.
Hohe Belastung für Bevölkerung
„Der Ort hat schon Jahrzehnte gelitten, und es hört nie auf“, beklagt Thomas Gasteiger, Obmann der Bürgerinitiative „Bruckhäusl aktiv“. Neben der bestehenden und der neu geplanten Bodenaushubdeponie betreibt die Firma Strabag am nahe gelegenen Riederberg eine weitere Aushubdeponie. Zudem seien die Auswirkungen der im Jahr 2007 stillgelegten Faulgasdeponie im selben Ortsteil noch immer spürbar.
Vereinfachtes Verfahren
Die neu geplante Deponie mit einem Schüttvolumen von 85.900 m3 ist von der Bezirkshauptmannschaft nach dem vereinfachten Verfahren zu genehmigen (unter 100.000 m3). Daher haben weder die Anrainer noch die Gemeinde eine Parteienstellung. Mit letzterer wollen die Anrainer sowie die Bürgerinitiative noch in Kontakt treten. Aufgrund der bereits hohen Belastung durch bestehende Deponien wird für die neue Deponie eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) gefordert.
In Bruckhäusl ist eine weitere Deponie mit einer Kapazität von 85.900 m3 geplant.
Die Anrainer und der Verein „Bruckäusl aktiv“ bei einem Lokalaugenschein beim Feriendorf Riederwies.
