Ziel des Wörgler Vereins „Licht für Wörgl“ ist es, jene Gemeindebürger rasch und unbürokratisch zu unterstützen, die unverschuldet in schwierige Lebenssituationen geraten. Bisher stand GR Elisabeth Werlberger dem Sozialverein als Obfrau vor, reguläre Neuwahlen wären erst im November 2027 geplant gewesen. Der Vorstand hat sich jedoch kürzlich für eine vorzeitige Neuwahl entschieden, Werlberger wurde abgewählt.
Die Chronik einer Demontage
Im Jahr 2022 zog Elisabeth Werlberger (ehem. Liste Wörgl Bewegen, ÖVP) als Stadträtin in den Wörgler Gemeinderat ein. Der Fraktionsvorsitzende Bgm. Michael Riedhart beförderte sie im Jahr 2024 sogar noch zur „amtsführenden Stadträtin“, ehe heuer das einst gute Verhältnis zu bröckeln begann. Nach dem Rücktritt von Vize-Bgm. Roland Ponholzer (Wir für Wörgl) wählte der Wörgler Gemeinderat am 1. Juli GR Hubert Aufschnaiter (Liste Wörgl Bewegen, ÖVP) zum neuen 2. Vizebürgermeister. Damit verlor Werlberger unerwartet ihr Stadtratsmandat.
Am 7. Juli erklärte die Liste Wörgl Bewegen in einer Presseaussendung, dass Elisabeth und ihr Mann Hubert Werlberger aus der Fraktion ausgeschlossen werden. Dazu wurde Elisabeth als Referentin für Soziales, Gesundheit, Bildung und Senioren abberufen, Hubert von seiner Funktion als Referent für Landwirtschaft entbunden.
Kuriose Abwahl
Ohne ihr Wissen bekam Obfrau Elisabeth Werlberger dann kürzlich eine Einladung zu einer Generalversammlung vom Verein „Licht für Wörgl“.
Dieser besteht gerade einmal aus fünf Mitgliedern, welche auch den Vorstand bilden: Neben Werlberger als Obfrau waren Vize-Bgm. Kayahan Kaya (Liste Wörgl Bewegen, ÖVP) als 1. Obfrau-Stv. und Riedhart als 2. Obfrau-Stv. sowie Kassierin Novella Steinlechner (MFG) eingeladen. Dazu ist Sabine Seiwald als Schriftführerin im Vorstand, die langjährige Stadtamtsmitarbeiterin hat jedoch kein Stimmrecht. Da Kaya die Sitzung am 14. August urlaubsbedingt verpasste, reichten die Stimmen von Riedhart und Steinlechner für die Abwahl Werlbergers. Anschließend wurde Steinlechner zur neuen Obfrau gewählt, ihr bisheriges Amt der Kassierin übernimmt GR Walter Altmann (ehem. Liste Wörgl Bewegen, ÖVP). Der restliche Vorstand bleibt gleich.
Riedhart begründet das Vorgehen mit fehlendem Einsatz: „Die Generalversammlung wurde mehrheitlich vom Vereinsvorstand einberufen, weil die bisherige Obfrau, Elisabeth Werlberger trotz mehrfacher Gespräche im Vorstand nicht den Einsatz erbracht hat, den sich der Vorstand von ihr erwartet hat.“ Der Stadtchef erklärte, dass keine Veranstaltungen organisiert, zu wenige Förderanträge bearbeitet und keine Öffentlichkeitsarbeit betrieben worden seien. Auch Anliegen anderer Vorstandsmitglieder – etwa zum Onlineauftritt des Vereins – seien unbehandelt geblieben.
Scharfe Kritik von Werlberger
Werlberger betont in einer Stellungnahme, dass „Licht für Wörgl“ nicht zum Spielball politischer Interessen werden dürfe. Wenn es um Menschen in Not geht, dürfe Politik niemals wichtiger sein als Menschlichkeit. „Es wundert mich nicht, dass solche Behauptungen kommen. Menschen, die sich für die Wörglerinnen und Wörgler einsetzen und nicht immer der gleichen Meinung mit dem Bürgermeister und dessen Gefolgen sind, werden ausranchiert. Ich habe meine Arbeit stets mit Umsicht und Verlässlichkeit gemacht“, wehrt sich Werlberger.
Auch StR. Christian Kovacevic (Liste Hedi Wechner) kritisiert das Vorgehen: „Dass nun selbst soziale und karitative Einrichtungen politisch instrumentalisiert und missbraucht werden, macht mich fassungslos. Leidtragend sind letztlich die in Not geratenen Wörglerinnen und Wörgler, die von diesen politischen Zankereien und Machtspielchen gar nichts haben.“
