Trotz der vielen Baumaßnahmen in den letzten Jahren im Zentrum von Kufstein ist immer noch ein ca. 5000 m2 großes Areal direkt angrenzend an den Oberen Stadtplatz fast ungenutzt. Die Firma Bodner möchte mit einem durchdachtem Konzept die Kufsteiner Innenstadt bereichern.

„Keine wichtige Straße wird während der zweijährigen Bauphase gesperrt werden, alle Baumaßnahmen können direkt auf dem Areal erfolgen,“ so Thomas Bodner auf die Befürchtung vieler Kufsteiner, dass eine weitere Großbaustelle nochmal auf Jahre für Verkehrschaos sorgen wird.
„Wir operieren am offenen Herz von Kufstein“, so Christian Krichner, Projektleiter der Ing. Bodner Wohnbau GmbH. „Wir wollen an zentralster Stelle der Stadt ein multifunktionales Juwel für die nächsten Generationen schaffen.“
13 namhafte Architekten aus fünf Nationen haben dafür einer unabhängigen Jury ihre Vorschläge präsentiert. Gewonnen hat trotzdem ein Tiroler: Der Innsbrucker Architekt Johann Obermoser konnte sich mit seinen Ideen gegen die Konkurrenz durchsetzen.
Besonders auf das geplante Stadttheater und ein modernes Innenstadthotel (für das bereits zu 99 % ein Betreiber gefunden wurde) wartet die Stadt schon längere Zeit. Ergänzt werden soll das Großprojekt mit kleinen Geschäften,  Cafés, Büros und Wohnungen.

Überraschung vom
Bauausschuss
Der Kufsteiner Bauausschuss könnte nun für ein Aus gesorgt haben: Da das Laadhaus (direkt am Oberen Stadtplatz) durch das erst im letzten Herbst beschlossene Stadt- und Ortsbildschutzgesetz (kurz SOG) geschützt ist, hat er erst vor kurzem die Empfehlung beschlossen, dass es nicht abgerissen werden soll.
Für die Firma Bodner ist klar: muss das Laadhaus erhalten bleiben, ist das Projekt so nicht mehr umsetzbar und man müßte mit der Planung wieder von vorne beginnen. „Leider wurden wir nicht darüber informiert, dass in Kufstein ein SOG beschlossen wird, da wir sonst natürlich den SOG-Beirat mit in die Jury geholt hätten, damit gleich eine Lösung gefunden wird,“ so Thomas Bodner. Sandra Bodner - geborene Laad - hat eine persönliche Beziehung zu diesem Haus, aber: „Wir brauchen hier ein neues Laadhaus, das sowohl den Zeitgeist trifft als auch optisch und städtebaulich den Oberen Stadtplatz aufwertet.“
Auch der SOG-Beirat sieht das ähnlich, einem Abriss des Laadhauses würden sie zustimmen, wenn die neue Variante zum Stadtbild passen würde.

Stadt Kufstein muss noch „Ja“ sagen
Stadtrat Richard Salzburger, Obmann des Bauauschusses: „Es gab im Bauausschuss eine eine knappe Entscheidung, die Empfehlung gegen den Abriss  des Laadhauses zu geben. Wir haben uns dabei der Meinung eines Experten angeschlossen. Aber wenn der SOG-Beirat einen Abriss freigibt, werden wir uns dem anschließen.“
Auch Bürgermeister Mag. Martin Krumschnabel blickt mehr auf das Ganze und sieht darin eine klare Verbesserung für Kufstein: „Ich glaube, dass das Gesamtkonzept es nicht erlaubt, dass das Laadhaus stehen bleibt. Das Haus an sich ist ja nicht denkmalgeschützt, die Bausubstanz ist sogar bedenklich.“
Vizebürgermeister Walter Thaler: „Wenn man so lange für eine Schutzzone kämpft, muss man alle Änderungen hinterfragen, aber wenn sogar die SOG dafür ist, spricht nichts gegen einen Abbruch.“
35 Millionen Euro würde das Großprojekt (inkl. Tiefgaragen mit 270 Stellplätzen) an Kosten verschlingen, nochmals 10 Millionen Euro die Inneneinrichtungen.
2 Jahre Arbeit und 1 Million Euro hat die Firma Bodner bis jetzt investiert. Falls die Stadt Kufstein grünes Licht für das Projekt gibt, wird im Spätherbst 2013 mit den Arbeiten begonnen.

Update: Bei der Gemeinderatssitzung am Dieinstag, 27. 3., sprach sich der Gemeinderat mit 18:2 Stimmen für den Abriss des Laadhauses aus, wenn der SOG den Neubau begleitet.