Die AK Kufstein hat sich zu einer unverzichtbaren Anlaufstelle für die Arbeitnehmer im Bezirk entwickelt. Vergangenes Jahr wurden 4.837 persönliche und 15.635 telefonische Beratungen durchgeführt.

Die meisten Beratungen waren wieder im Arbeitsrecht (70 %) nötig, wo die klassischen Themen, wie nicht ausbezahlte Überstunden, zu niedrige Einstufungen, zeitwidrige Beendigungen oder unbegründete Abmeldungen aufgrund von Krankenständen immer wieder Anlass für schriftliche Interventionen gaben. Insbesondere in der Gastronomie und der Hotelerie kam es vor, dass Mitarbeiter gar nicht oder nicht gänzlich bei der Gebietskrankenkasse angemeldet wurden. „Es fehlt in der Gastronomie auch in der Wertschätzung und am ordentlichen Umgang mit den Mitarbeitern“, beklagt AK-Präsident Erwin Zangerl. Sein Vorschlag wäre es, einen Stern dafür auszugeben, wie die Mitarbeiter bezahlt und behandelt werden. Mag. Georg Ritzer, Leiter der AK Bezirkskammer Kufstein, beklagt, dass auch die Überstunden oft nicht bezahlt werden und bei den Verträgen schon teilweise acht Überstunden eingerechnet sind. Weiters kritisiert er den niedrigen Kollektivlohn: „Es kann nicht sein, dass ein ausgelernter Koch € 1.490,- brutto verdient und ein Abwäscher € 1.420,-“, so Ritzer.
Deutlich zugenommen haben vergangenes Jahr wieder die Bereiche Konsumentenrecht und Miet- und Wohnrecht. Von defekten Fernsehern bis zum Autokauf und vom Schimmelbefall in Wohnungen bis zur Einforderung nicht zurückgestellter Kautionen reichten die Beratungsthemen. „Ein Arbeitgeber sperrte sein Lokal für drei Wochen zu und schickte seine Mitarbeiterin in dieser Zeit stempeln“, weiß Ritzer auch über Kuriositäten zu berichten. Im vergangenen Jahr wurden für die Mitglieder der AK Bezirkskammer Kufstein insgesamt € 1.050.000,- erstritten.
Neben den zahlreichen Infoabenden in der Bezirkskammer Kufstein, die sich großer Beliebtheit erfreuten, wurden wieder zahlreiche Informationsveranstaltungen an Schulen abgehalten. Erklärt wurden die rechtlichen Aspekte von Lehre und Pflichtpraktika, weiters wurde das gesamte Leistungsspektrum der Bezirkskammer vorgestellt.