Kultur ist nicht nur gesellschaftlich von Bedeutung, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das zeigt eine neue Wertschöpfungsstudie, die kürzlich präsentiert wurde. Untersucht wurden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Tiroler Festspiele Erl sowie drei weitere Kultur- und Veranstaltungseinrichtungen in Bayern.
Die vier Einrichtungen – neben den Tiroler Festspielen sind dies das Immling Festival, das KU’KO Rosenheim und der Lokschuppen Rosenheim – lösten lt. der Studie im vergangenen Jahr eine Wertschöpfung von insgesamt € 42,2 Mio. in Österreich und Deutschland aus. Mehr als 60 Prozent davon verbleiben in der Region. Zudem werden durch die vier Einrichtungen rund 300 Beschäftigungsstellen gesichert, was 231 Vollzeitäquivalenten entspricht. Insgesamt entstehen dadurch Steuern und Abgaben in Höhe von € 19,8 Mio., davon € 8,5 Mio. in Österreich.
Festspiele Erl: € 11,8 Mio. Wertschöpfung
Von der Gesamtwertschöpfung von € 42,2 Mio., entstehen € 26,5 Mio. direkt innerhalb der Euregio Inntal. Allein die Tiroler Festspiele Erl erzielten über alle Sektoren hinweg einen regionalen Wertschöpfungseffekt von € 11,8 Mio. Grundlage der Untersuchung waren unter anderem 2.300 Publikumsbefragungen in Erl.
Andreas Leisner, künstlerischer Betriebsdirektor und Geschäftsführer der Tiroler Festspiele Erl, erklärte bei der Präsentation, dass man mit der Studie belastbare Zahlen vorlegen wolle, um die wirtschaftliche Bedeutung der Kulturarbeit sichtbar zu machen. Untersucht worden sei dabei ausschließlich die konkrete wirtschaftliche Wertschöpfung, nicht jedoch der kulturelle oder gesellschaftliche Nutzen.
„Diese Bereicherung, welche uns die Kultur gibt, ist nicht messbar“, sagt Georg Hörhager, Obmann des TVB Kufsteinerland.
Auch die Gemeinde Erl profitiert von den Festspielen: Lt. Bgm. Georg Aicher-Hechenberger fließen allein durch die Tiroler Festspiele über € 80.000,- an Kommunalsteuer in die Gemeindekasse. Zudem habe sich die Standortqualität der Gemeinde durch die Festspiele deutlich verbessert.
Die Studie wurde gemeinsam mit der Euregio Inntal von der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung in Innsbruck durchgeführt. Die Kosten beliefen sich auf rund € 25.000,-,
wovon 75 Prozent gefördert wurden.

