Im Auftrag der Tiroler Fachgruppe des Energiehandels der Wirtschaftskammer wurde ein Konzept entwickelt, um den Kindern das Thema Energie in seiner Breite kindgerecht darzustellen.

In der WK-Bezirksstelle Kufstein hatten vergangene Woche rund 200 Volksschulkinder aus dem Bezirk die Möglichkeit, sich im Rahmen der Initiative  „Kinder-Erlebnis-Raum Energie“ spielerisch mit dem Thema Energie auseinanderzusetzen. „Wir wollen den jungen Leuten die Themen Energie, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in einer spielerischen Art und Weise näherbringen und damit einen wichtigen Grundstein für die Zukunft legen. Auch der Umweltgedanke ist im Hintergrund dabei“, erklärt WK-Bezirksstellenleiter-Stellvertreter Patrick Schönauer. Was ist Energie und wo kommt sie her? Welche Energieformen gibt es? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen Schüler der Volksschulen Kufstein Zell, Kufstein Stadt, Ellmau, Wörgl und Mariastein engagiert auf den Grund. „Wir haben einen Kindererlebnisraum entwickelt, der die Schüler spielerisch an die Themen und Fragestellungen heranführt. Wir möchten, dass die Schüler offen an dieses Thema herangehen und sich dann später auch selber für die richtige Energieform entscheiden können“, erläutert Konzeptentwickler Stefan Elmer. Zentrales Element des Projekts sind vier Holzkojen, die mit den unterschiedlichsten wissensvermittelnden Spielen ausgestattet sind. In einem eigenen Vorbereitungsraum erhielten die Kinder klassenweise eine Einführung, bevor es ans Entdecken, Erforschen und Kombinieren ging. So waren die Schüler beispielsweise durch das Lösen eines Buchstabenrätsels klimaneutralen Energieformen auf der Spur. Als besonders spannend erwies sich der Blick in die Zukunft und die sich ergebenden Möglichkeiten. „Es geht uns vor allem darum, dem abstrakten und durchaus komplexen Begriff Energie ein Gesicht zu geben“, ergänzt Fachgruppengeschäftsführerin Verena Weiler.

Die Zukunft im Blick: WK-Bezirksstellenleiter-Stellvertreter Patrick Schönauer und Fachgruppengeschäftsführerin Verena Weiler

Seit elf Jahren betreibt Alexander Wurzenrainer das Cinema4you im Zentrum Kufsteins. Doch jetzt droht das Aus: Das Funplexxx-Gebäude wurde heuer verkauft, ein Kino ist in den Plänen des neuen Eigentümers nicht vorgesehen.

Seit der Übernahme des Gebäudes durch die Schwarzweiss Immobilien GmbH wird der Pachtvertrag für das Kino mit seinen sechs Sälen immer nur für sechs Monate verlängert. „Mir läuft die Zeit davon“, gesteht Alexander Wurzenrainer,  Geschäftsführer der WSM Kinobetriebs GmbH. Das komplette Equipment (Projektoren, Beschallungstechnik, Bestuhlung usw.), könne zwar zwischengelagert werden, aber nur für einen kurzen Zeitraum. „Das sind alles hochsensible Geräte, die immer wieder an den Strom angeschlossen werden müssen“, erklärt Wurzenrainer.

Auf der Suche nach einem neuen Standort
Deshalb wird mit Hochdruck ein neuer Standort gesucht. Lt. Wurzenrainer laufen bereits Gespräche mit einem heimischen Baumeister.

Kino und Erlebnisgastro?
Vorstellen könnte sich Wurzenrainer ein neues Kino möglichst zentrumsnah und ebenfalls wieder mit sechs Sälen ausgestattet, um die Vielfalt abzudecken. Dafür habe er sich schon Pläne zeichnen lassen. Die Umsetzung soll über einen Baumeister erfolgen, die WSM Kinobetriebs GmbH wieder als Pächter auftreten. Dazu könnte in dem neuen Gebäude eine Erlebnisgastronomie untergebracht werden. „Ein Kino ist nicht nur ein Treffpunkt für Groß und Klein, sondern hat auch einen kulturellen Auftrag und gehört zur Infrastruktur der zweitgrößten Stadt Tirols. Ich sehe auch die Politik gefordert, an einer Lösung mitzuarbeiten“, wünscht sich Wurzenrainer ein Treffen gemeinsam mit dem Baumeister sowie Vertreter der Stadtpolitik.

„Bereitschaft besteht“
Bgm. Martin Krumschnabel geht von einer Unterstützung der Stadt aus, wenn das Projekt denn realistisch sei und sieht Wurzenrainer gefordert: „Ich kenne derzeit kein entsprechendes Konzept von Herrn Wurzenrainer und kenne auch seine Zahlen nicht. Voraussetzung ist, dass der Betreiber ein Betriebskonzept vorlegt, welches die Refinazierung schlüssig darstellen kann.“
Auch der Kulturreferent Klaus Reitberger wünscht sich, in Kufstein weiterhin Kinoatmosphäre genießen zu können: „Ob es dafür aber weiterhin ein großes Gebäude mit sechs Sälen geben wird, ist allerdings fraglich. Hier ist beherzter Unternehmergeist gefragt.  Die Kommunalpolitik kann zwar unterstützen, aber keine Wunder erwirken.“ Ohne das Engagement eines privaten Bauträgers sei es unmöglich, ein neues Kino aus dem Boden zu stampfen. „Das Errichten einer vergleichbaren Immobilie wäre ein Millionenprojekt, das für die Stadt Kufstein in der gegenwärtigen Situation alles andere als erschwinglich ist“, ergänzt Reitberger.

Zuspruch weiterhin groß
Mit durchschnittlich 100.000 bis 120.000 Besucher jährlich (Vorkrisenniveau) sieht Wurzenrainer den Bedarf von einem zweiten Kino im Bezirk Kufstein neben dem Cineplexx Wörgl auf jeden Fall gegeben. „Dieser August war der Beste, seit ich das Kino im Jahr 2010 übernommen habe. Wir haben trotz der schwierigen Zeit volle Säle“, berichtet Wurzenrainer von derzeitigen Kassenschlagern wie James Bond, Dune oder dem Kaiserschmarrndrama.

Cinema4you-Betreiber Alexander Wurzenrainer setzt sich für ein neues Kino in der Festungsstadt ein.

Gina Crepaz startete kürzlich eine Kleidersammlung, um Kindern in Mali (Afrika) einen erträglichen Winter zu ermöglichen. Dafür kaufte die Kufsteiner Unternehmerin sogar einen Bus, um den Transport in den Binnenstaat in Westafrika zu ermöglichen.

„Wir leben im Überfluss, Sachen werden weggeschmissen und in anderen Teilen der Erde haben sie nicht mal eine Kleidung, die warmhält“, erklärt Crepaz die Beweggründe für ihre Sammelaktion.

Eigenen Bus gekauft
Um den Transport zu organisieren, kaufte Crepaz einen Kleintransporter, der jetzt voll beladen mit Kleidung und Schulbedarf nach Afrika verschifft wird. Anschließend wird der Bus vom Hafen Guinea Conakry auf einem 1.500 Kilometer langen Landweg in die Zielregion gebracht. Darum kümmert sich ein Freund, der eineinhalb Monate nach Mali fliegt, die Spendenübergabe vor Ort organisiert und dokumentiert.
Über soziale Medien startete Crepaz zuvor einen Aufruf, um Kleidung für Kinder zwischen vier und zehn Jahren zu sammeln. „Die Leute sind sehr hilfsbereit und freuen sich, dass die Kleidung armen Kindern zu Gute kommt. Auch Kindergruppen haben sich gemeldet und Schulbedarf gespendet“, erklärt Crepaz, die alle Kleiderspenden aus der Region persönlich abholte.

Spendenaktion für den Transport
Über € 4.000,- hat Crepaz bereits selber in die Hilfsaktion hineingesteckt, mit einer Spendenaktion will sie jetzt die Transportkosten, Steuern und Gebühren abdecken. „Es geht um nichts anderes, als den Leuten zu helfen.“
Unter dem „Gedanken des Teilens“ gründet Crepaz nun auch einen Verein, um die Spendenaktion fortzusetzen. Ein weiteres Ziel ist es, in Mali eine kleine Schule zu errichten.
Bei der Sparkasse Kufstein wurde ein Spendenkonto eingerichtet: IBAN: AT12 2050 6077 0944 1088. Dazu ist das Projekt auf der Spendenplattform GoFundMe vertreten.

Gina Crepaz kaufte und bemalte einen T4-Bus, der voll beladen nach Afrika verschifft wird.
(Foto: artdirection4u ADVERTISING GmbH)

Vom 27. Dezember bis zum 30. Jänner bricht die Burg ihr Schweigen: Im Rahmen des Kufsteiner Lichtfestivals wird das Publikum auf einen multimedialen Streifzug durch die wechselhafte Geschichte der Festung entführt. Täglich sind zehn Führungen á 50 Minuten der audiovisuellen Inszenierung „Stimme der Burg“ geplant.

„Wenn die Burg selbst eine Stimme hätte, wüsste sie viel Faszinierendes uns Spannendes zu erzählen. Geben wir der Burg eine Stimme und lassen wir sie zu den Menschen sprechen und ihre eigenen Schlüsse aus dem Laufe der Jahrhunderte ziehen. Die Burg wird das Publikum auf eine Reise in die Vergangenheit führen, mit einen Blick in die Zukunft und als mitfühlender Zeuge der Jahrhunderte auftreten. Das ist der Gedanke“, erklärt der Kufsteiner Kulturreferent und Konzeptentwickler Klaus Reitberger. Der audiovisuelle Streifzug durch die Festung beginnt bei der Fahrt mit dem Panoramalift. Oben werden die Besucher im Schlosshof empfangen, dort geht es weiter zum Kräutergarten und durch den langen Felsengang zur „Herzkammer“ im Inneren des Festungsfelsen.
Großflächige Projektionen erwecken Mauerflächen zum Leben, damit die Burg darauf ihre Botschaft erzählen kann. „Für mich war von Anfang an klar, dass ich keine Geschichte erfinden will. Es ist genug Geschichte da, die faszinierend und spannend ist“, so Reitberger.
„Die Geschichte wird für Einheimische als auch für Besucher sehr berührend sein. Uns geht es um die Idee, dass es die Festung selber ist, die zu den Besuchern spricht. Wir hoffen, dass wir ein echtes Highlight geschaffen haben“, ergänzt Bgm. Martin Krumschnabel.
Verantwortlich für die technische Umsetzung ist die Wiener Agentur Lumine Projections, die auf großformatigen Panoramaprojektionen und an die Architektur angepasste 3D-Videomappings spezialisiert ist, mit denen Gebäude und Räume künstlerisch in Szene gesetzt werden. „Es ist eine völlig neue Art einer Veranstaltung, die es in Kufstein bis jetzt noch nicht gegeben hat. Es ist eine neue Form der Inszenierung unserer Festung“, freut sich Thomas Ebner, GF Standortmarketing Kufstein GmbH. Für den Obmann des TVB Kufsteinerland, Georg Hörhager, war es wichtig, eine Symbiose zwischen dem Einheimischen und dem Gast zusammen zu bringen: „Wir haben die Möglichkeit, dass wir dem Einheimischen eine Veranstaltung nahebringen können, wo er weniger bezahlt als der Gast. Es ist ein Herzensprojekt für uns im Kufsteinerland.“

Kosten werden aufgeteilt
Ausgelegt ist das Lichtfestival vorerst auf drei Jahre, die kalkulierten Maximalkosten belaufen sich auf € 1.229.000,-. Dieser Betrag inkludiert die beschlossenen Beiträge von Stadt Kufstein und TVB Kufsteinerland von jeweils € 280.000,-, Ticket- und Sponsoreneinnahmen sowie Beiträge der Gemeinden Bad Häring, Ebbs, Langkampfen, Schwoich und Thiersee (€ 25.000,-). Eine Förderungszusage des Landes Tirol über € 210.000,- ist noch ausständig.
Die Stimme der Burg findet vom 27. Dezember 2021 bis zum 30. Januar 2022 jeweils ab Einbruch der Dämmerung statt. Die 50-minütigen Führungen starten im 30 Minuten-Takt. Tickets sind via Ö-Ticket buchbar und kosten € 17,- für Erwachsene und € 10,- für Kinder, zudem sind Firmenpakete erhältlich. Für die Bewohner der TVB-Kufsteinerland-Gemeinden (ausgenommen Erl, Niederndorf und Niederndorferberg) sind ermäßigte Tickets um € 13,- im Gespräch. Weitere Infos auf https://lichtfestival.kufstein.at

V. l.: Thomas Ebner (GF Standortmarketing GmbH), Michael Rieser und Claudia Draxl (Raiffeisen Bezirksbank Kufstein), Bgm. Martin Krumschnabel, TVB-Obmann Georg Hörhager, Sabine Mair (Direktorin TVB Kufsteinerland) sowie Kulturreferent Klaus Reitberger

Voller Stolz präsentierten die Autoren Richard Schwarz und Esther Pirchner gemeinsam mit Projekt-Initiator Andreas Falschlunger und Bgm. Martin Krumschnabel das Kufsteiner Stadtalbum. „Vom Stadtl zur Stadt. Kufstein im 20. Jahrhundert.“ wird am 10. November um 19 Uhr im Kultur Quartier öffentlich vorgestellt.

Bereits im Jahr 2001 gab es lt. Falschlunger erste Überlegungen, die Kufsteiner Geschichte im 20. Jahrhundert aufzuarbeiten. Genau 15 Jahre später, im März 2016, folgte ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss, das Stadtbuch zu erstellen.
Im 528-seitigen Buch sind die Ereignisse von der „Stadt im Aufbruch“ (1900 bis 1909) bis hin zur Ankunft Kufsteins „Mitten in Europa“ (1995 bis 2000) aufbereitet. Dazwischen liegen u. a. die Beschreibungen vom Ende der Monarchie, die Auswirkungen des zweiten Weltkrieges auf Kufstein, Hunger- und Wirtschaftskrisen, der Bau der Autobahn oder die Jugendbewegung „Wühlmäuse“ bis zum Weg hin in ein geeintes Europa. Angeordnet ist das Stadtalbum in neun chronologisch geordneten Kapiteln, als Übergänge dienten immer Wendepunkte - global oder lokal.

Über 100 Interviews aus zwölf Erzählcafés
Als Quellen dienten zum einen die seit 2019 erscheinenden „Edition Kufstein“, in der Fachautoren Themenkreise (politischen Geschichte, Stadtplanung, Wirtschaft, Migration, Musik und Sport) der Stadtgeschichte wissenschaftlich aufarbeiten, zum anderen das persönlich Erlebte der Menschen, die im 20. Jahrhundert in Kufstein gelebt haben. In zwölf Erzählcafés wurden über 100 Interviews mit Zeitzeugen geführt, dazu Fotos, Grafiken, Filme, Zeichnungen und Zeitungsartikel zusammengetragen. Rund ein Drittel der gesammelten 2.300 Fotos haben es in das Buch geschafft. Insgesamt waren rund 330 Personen an der Erstellung dieses Werkes beteiligt. „Es ist nicht nur ein Buch über Kufstein, sondern von Kufstein. Die Autoren haben mit so viel Herzblut gearbeitet, das kann man gar nicht bezahlen“, freut sich Falschlunger über das gelungene Werk. „Für uns ist es sehr speziell, dass sich über 300 Personen daran beteiligt, ihre Erinnerungen geteilt oder dieses Projekt in unterschiedlichster Weise unterstützt haben und so ein Teil davon geworden sind“, betont Autor Richard Schwarz.
Gedruckt wurde „Vom Stadtl zur Stadt. Kufstein im 20. Jahrhundert“ mit einer Auflage von 3.000 Stück. Ab 11. November ist das Werk um € 39,- im Rathaus, den Kufsteiner Buchhandlungen, beim TVB Kufsteinerland und der Festung Kufstein erhältlich. Die bereits erschienen Editionen sind um € 19,- erhältlich.
Finanziert wurde das Buch von der Stadtgemeinde Kufstein (€ 175.000,-), vom Land Tirol (€ 34.000,-) sowie über Sponsoren. So erwarb beispielsweise die SPAR gleich 100 Stück für ihre Mitarbeiter.

V. l.: Projekt-Initiator Andreas Falschlunger, die Autoren Richard Schwarz und Esther Pirchner sowie Bgm. Martin Krumschnabel