Kufsteiner Stadtrat beschließt Ende der Videoübertragungen – Diskussion um Transparenz und Einsparungen
Der Kufsteiner Stadtrat hat am Montag, 16. Juni, mit großer Mehrheit beschlossen, die Live-Übertragungen sowie die Videoaufzeichnungen der Gemeinderatssitzungen einzustellen. Lediglich Stadtrat Lukas Blunder (ehemals MFG) sprach sich gegen diesen Schritt aus. Bgm. Martin Krumschnabel begründete die Entscheidung mit finanziellen Überlegungen.
„Die Kosten pro Sitzung lagen bei rund € 2.300,- netto“, so der Bürgermeister. Angesichts der angespannten Haushaltslage sei dieser Posten nicht länger zu rechtfertigen. „Unsere Einnahmen bleiben laut unserer Finanzabteilung bereits jetzt um rund € 3 Mio. hinter den Erwartungen zurück. Wir sparen, wo wir können – das betrifft nicht nur technische Dienstleistungen, sondern beispielsweise auch beim Empfang beim Operettensommer“, erklärte Krumschnabel. Hilfe von Bund oder Land sei derzeit nicht in Sicht.
Kritik kommt von Stadtrat Blunder, der den Schritt als „Rückschritt für die Demokratie“ bezeichnete. Die Möglichkeit, Gemeinderatsdebatten bequem von zu Hause aus zu verfolgen, sei ein wichtiges Instrument zur Stärkung politischer Teilhabe. „Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, die Arbeit ihrer gewählten Vertreter mitzuverfolgen“, so Blunder.
Der Bürgermeister betonte, dass die Transparenz auch ohne Videoübertragung gewahrt bleibe. Die Sitzungen seien weiterhin öffentlich zugänglich und Medienvertreter berichten regelmäßig von den Sitzungen. Zudem seien die Zugriffszahlen zuletzt eher rückläufig gewesen. „... und auch zu Zeiten, als noch alles übertragen wurde, wurden uns Transparenzdefizite vorgeworfen“, so Krumschnabel.
Nachtrag: Auf Rückmeldung von TO-BE.Media & QUFSTEIN TV Geschäftsführer Tobias Heckenbichler können die tatsächlichen Zugriffszahlen öffentlich gar nicht eingesehen werden, da die Aufzeichnung auch auf dem TV-Sender im Regionalsender und auf der Webseite gezeigt wird. Sein Anteil für die Kosten betragen nach seinen Angaben € 1479,25 netto für Personal und Technik sowie € 446,25 für die Ausstrahlung im Lokalfernsehen inkl. Steuer. Beinhaltet sind hier die Kosten für den Arbeitsaufwand für 2 Personen mit 20 bis 25 Stunden pro Aufzeichnung sowie die Equipment-Miete. "Somit ein Stundensatz von nicht einmal € 50.- netto", so Heckenbichler.
Stadtverkehr: Kritik an mangelhaften Informationen bei Großveranstaltungen in Kufstein
Eine Kufsteinblick-Leserin hat sich an die Redaktion gewandt und auf Probleme mit dem Stadtbus während Großveranstaltungen in Kufstein hingewiesen. Anlass war das Musikfestival „Kufstein unlimited“, das tausende Besucher in die Stadt lockte – und offenbar auch für Frust bei regelmäßigen Busnutzern sorgte.
Geänderte Fahrtrouten
So beklagt die Leserin, dass es – wie schon im Vorjahr bei Kufstein unlimited oder dem Kaiserfest – keinerlei sichtbare Hinweise auf geänderte Fahrtrouten oder Haltestellen-Ausfälle gegeben habe. Weder in den Bussen selbst noch an den betroffenen Haltestellen seien entsprechende Informationen angebracht worden. Auch bei telefonischen Anfragen sei man zwischen den Kufsteiner Stadtwerken und dem Busunternehmen Ledermaier in Schwaz „hin und her“ verwiesen worden. Besonders ärgerlich sei, dass am Bahnhof 30 Minuten gewartet werde – „... normalerweise brauche ich keine fünf Minuten, jetzt 40 Minuten zur Arbeit.“
Zudem sei problematisch, dass es bei mehreren Haltestellen – etwa an der Stimmerfeldstraße, beim LKW Walter, bei Top-Logistik, in der Otto-Lasne-Straße oder an der Feldgasse – keine digitalen Infoscreens gebe. Der einzige Hinweis auf die Umleitungen sei laut Auskunft am Festival-Infostand beim Raika-Gebäude auf einem solchen Screen angezeigt worden.
Auf Anfrage des Kufsteinblick teilte das Busunternehmen Ledermaier mit, dass sehr wohl informiert worden sei: „An allen Haltestellen und sogar in den Bussen wurden entsprechende Aushänge angebracht. Weiters war es auf den VVT Überkopfanzeigen ersichtlich und in der App vom VVT stand es auch.“
Fulminantes KUFSTEIN unlimited 2025 bot Musikmix und Sommerfeeling
Am 13. und 14. Juni verwandelte sich die Kufsteiner Innenstadt wieder in eine große Bühne für das beliebte Festival KUFSTEIN unlimited. Zwei Tage lang sorgten über 45 Bands, bunte Straßenkunst und ein abwechslungsreiches Familienprogramm für ausgelassene Stimmung.
Von Rock bis Austropop, Kinderkonzert bis DJ-Zone war für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Bands und Acts wie AYMZ, Judith Lisa, Naked Cameo, Sankt Krinzinger, Luke Andrews und Ankathie Koi zeigten die musikalische Vielfalt des Festivals. Auf Bühnen im Stadtpark, am Oberen und Unteren Stadtplatz sowie erstmals am Kirchenvorplatz im neuen „Wohnzimmer unlimited“ wurde getanzt, gelauscht und mitgesungen. Erstmals gab es 2025 auch eine Karaokebühne, moderiert von Herbert Oberhofer. Sie entwickelte sich zum Publikumsmagneten, viele Besucher:innen trauten sich auf die Bühne. Abends zog es vor allem die Jüngeren zur DJ-Zone am Fischergries, wo DJs und DJanes für elektronische Beats sorgten.
Neben der Musik begeisterten Straßenkünstler:innen wie die Pudelparade, Hippocampus, die Couch und „Sonne, Wasser, Natur“ das Publikum mit originellen Auftritten. Das Kinderprogramm im Stadtpark bot Hüpfburgen, Tretfahrzeuge und Bungee-Springen, für Jugendliche waren die Fahrgeschäfte am Fischergries ein Highlight. Neu war heuer ein Kinderkonzert der „Bazzibagage“ am Samstagnachmittag.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit zeigten die Veranstalter Verantwortung: Mehrwegbecher, kostenloses Trinkwasser und die Förderung der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gehören längst zum Konzept.
Trotz steigender Kosten blieb der Eintritt frei. Um die Qualität zu sichern, wurde erstmals um einen freiwilligen Solidaritätsbeitrag gebeten. Bgm. Martin Krumschnabel betonte bei der Eröffnung die Bedeutung des Festivals für die Stadt. Thomas Ebner, Geschäftsführer der Standortmarketing Kufstein GmbH, dankte allen Sponsor:innen, besonders der Stadtgemeinde Kufstein und dem Tourismusverband Kufsteinerland, die den Großteil des Budgets bereitstellen.






Langkampfens Schulen feierten gemeinsamen Sporttag
Die Volksschulen Oberlangkampfen und Unterlangkampfen sowie die Mittelschule Langkampfen veranstalteten im Juni in Zusammenarbeit mit dem ASKÖ einen gemeinsamen Sporttag.
An abwechslungsreichen Stationen konnten die Kinder ihre Beweglichkeit, Koordination und Teamfähigkeit unter Beweis stellen.
Doch nicht der Wettbewerb stand im Vordergrund, sondern die Freude an der Bewegung und das gemeinsame Erlebnis. Außerdem wurde die neue, einheitliche Sport- und Schulbekleidung präsentiert, die ab sofort über den Onlineshop allen Langkampfener Schüler zur Verfügung steht.

Der gemeinsame Sporttag war ein lebendiges Zeichen für Zusammenhalt, Freude und gelebte Gemeinschaft.

Neue, einheitliche Sport- und Schulbekleidung.
Kramsach nutzt Monitoringsystem für bessere Verkehrsplanung
Die Gemeinde Kramsach setzt bei der Verkehrssteuerung auf moderne Technologien. Ein datenbasiertes Monitoringsystem soll dazu beitragen, Staus zu reduzieren, den Schwerverkehr aus Wohngebieten zu verlagern und die Lebensqualität der Bevölkerung nachhaltig zu steigern.
Besonders rund um den Kreisverkehr an der Ortseinfahrt und der Autobahnabfahrt staut sich der Verkehr zu den Stoßzeiten regelmäßig - täglich bis zu 19.000 PKW´s wurden an diesem neuralgischen Punkt aufgezeichnet. Um gezielt gegensteuern zu können, setzt die Gemeinde seit einem Jahr auf ein intelligentes Verkehrs- und Umweltmonitoring – entwickelt gemeinsam mit dem Data Intelligence Beratungsunternehmen roosi, das einen seiner Standorte direkt im Kramsacher Gewerbegebiet betreibt. „Wir wollten nicht mehr schätzen, sondern endlich wissen, was wirklich passiert“, erklärt Bgm. Andreas Gang. Und genau hier setzt das Projekt an: Sieben Sensorstationen an allen Ein- und Ausfahrten der Gemeinde messen das Verkehrsaufkommen, klassifizieren Fahrzeugtypen und erfassen zusätzlich Umweltfaktoren wie Feinstaub und Lärm.
Die Daten laufen in einer digitalen Plattform zusammen und stellt sie verständlich in einem übersichtlichen Dashboard dar. Gespeichert wird lediglich die anonymisierte Information über Fahrzeugtyp und Fahrtrichtung – vollständig DSGVO-konform, wie Dr. Lukas Huber, Head of AI & Advanced Analytics bei roosi, betont. „Die SDS macht kommunale Daten sichtbar, vergleichbar und nutzbar – ganz ohne technisches Spezialwissen. Gemeinden können mit einem Bereich wie Verkehr starten und später flexibel auf andere Themen wie Energie, Abfall oder Infrastruktur erweitern“, ergänzt Huber.
Verkehrspolitik auf neuer Basis
Ein neues Verkehrskonzept ist derzeit in Ausarbeitung - die Gemeinde nutzt die neuen Daten etwa zur Optimierung von Busverbindungen und zur Förderung des Radverkehrs. „Gerade im ländlichen Raum braucht es oft das Auto“, sagt Gang. „Aber wir wollen schon heute die Grundlage dafür schaffen, dass in Zukunft mehr Menschen freiwillig auf Alternativen umsteigen.“
Unter anderem sollen auf Basis der neuen Daten gezielte Investitionen erfolgen: Der Kreisverkehr an der Ortseinfahrt soll erneuert werden, und für 2028 ist ein weiterer Kreisverkehr beim Gewerbegebiet geplant. Zudem steht eine mobile Kamera zur Verfügung, mit der beispielsweise analysiert werden kann, wie die Verkehrsführung bei einer neu geplanten Wohnanlage gestaltet werden könnte. Verkehrsobfrau Christine Ascher, die selbst aus der Bürgerinitiative „Gesundes Kramsach“ stammt, sieht im System einen Meilenstein: „Früher haben wir mit der Strichliste am Kreisverkehr gestanden. Heute haben wir jederzeit objektive Zahlen – und das macht einen echten Unterschied.“
Das Projekt läuft vorerst drei Jahre, inkl. Grabungsarbeiten belaufen sich die Installationskosten auf ca. € 25.000,- bis € 30.000,-. Dazu kommen monatlich € 800,- für die Datenauswertung.

V. l.: GF Wolfgang Fahrnberger, Lukas Huber, Bgm. Andreas Gang, Verkehrsausschuss-Obfrau Dr. Christine Ascher sowie Florian Schwaiger
