Mit deutlicher Kritik reagiert der Ebbser Klubobmann der Tiroler Volkspartei, LA Sebastian Kolland, auf die neuerliche Verzögerung beim deutschen Brenner-Nordzulauf. Die parlamentarische Befassung wurde abermals verschoben. Zugleich wurde angekündigt, nochmals alles auf den Prüfstand zu stellen.
„Dass der Ausbau des Brennerzulaufs von der Tagesordnung des deutschen Verkehrsausschusses gestrichen wurde, ist ärgerlich. Dass aber der Staatssekretär im Verkehrsministerium, Ulrich Lange, nach Jahrzehnten der Planung nun sogar ankündigt, nochmals alles auf den Prüfstand stellen zu wollen, ist ein Armutszeugnis für Deutschland“, findet Kolland klare Worte. „Man kann nicht jahrzehntelang planen, Varianten prüfen und Bürgerdialoge führen und dann politisch trotzdem immer wieder an den Ausgangspunkt zurückkehren. Irgendwann braucht es auch den Mut, eine Entscheidung zu treffen. Das ist auch eine Frage der politischen Verlässlichkeit“, so Kolland.
Im Gegensatz zu Deutschland halte Österreich trotz notwendiger Budgetkonsolidierung am Ausbau des Brenner-Nordzulaufs fest. Die Vollinbetriebnahme auf österreichischer Seite ist weiterhin für 2039 vorgesehen.
„Der Ausbau der Schienenkapazität ist alternativlos, wenn wir den Güterverkehr von der Straße runterbringen wollen. Sich auf der einen Seite ständig über die Tiroler Anti-Transitmaßnahmen zu beschweren, zugleich auf der anderen Seite aber beim Ausbau der Schiene voll auf der Bremse zu stehen, ist heuchlerisch. Damit muss endlich Schluss sein. Europäische Infrastrukturpolitik funktioniert nur, wenn sich die Partner aufeinander verlassen können“, fordert Kolland von den deutschen Verantwortlichen Vertragstreue ein.