Die Post verärgert wieder einmal ihre Kunden: Nachdem der Postpartner in Endach ab 1. Juni den Betrieb nicht weiterführen möchte, hat die Post verkündet, dass sie keinen Nachfolger suchen wird. „Die Konditionen waren für ihn nicht mehr tragbar, so hätte  er z. B. im Falle einer Krankheit und Schließung der Geschäftsstelle Strafen zahlen müssen“, so Bgm. Mag. Martin Krumschnabel.
Über 800 Unterschriften gingen daraufhin bei der Stadtverwaltung in Kufstein ein, in der eine Postfiliale für Endach gefordert wird. Die einzige offizielle Poststelle in Kufstein ist am Oberen Stadtplatz und verfügt über keine Parkplätze.
Über eine einstimmig gefällte Resolution des Gemeinderates wird die Post AG nun aufgefordert, die Poststelle Endach im bisherigen Umfang aufrecht zu erhalten.

Die Grenze zwischen Tirol und Deutschland wird aufgrund des G7-Treffens in Bayern in den nächsten Wochen verstärkt durch die bayerische Polizei kontrolliert. Aus diesem Grund wird auch mit einem erhöhtem Aufgreifen von Flüchtlingen gerechnet. Der Bezirk Kufstein hat sich darauf vorbereitet.

Weil am 7. Juni das G7-Treffen in Bayern beginnt, finden entsprechende Maßnahmen der deutschen Polizei im Rahmen des Schengenabkommens statt. Durch die verstärkten Kontrollen ist auch mit einem erhöhten Aufkommen an illegal eingereisten Flüchtlingen im Bezirk Kufstein zu rechnen.
„Für die humanitäre Aufgabe, diese großteils vor den Kriegsgräueln in ihrer Heimat geflohenen Menschen zu betreuen, die nicht selten eine lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer hinter sich haben - dafür sind wir gerüstet“, fasst Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer zusammen: „Das ist für uns viel mehr als ein gesetzlicher Auftrag.“
Gemeinsam mit Polizei, Rotem Kreuz und  Arbeiter-Samariter-Bund informierte er am Freitag, 29. Mai, über die aktuelle Lage im neu errichteten Erstaufnahmezelt beim Bahnhof in Kufstein.
Unterstützt vom Land Tirol sind die Hilforganisationen neben der Bezirkshauptstadt Kufstein auch in Schwoich und Langkampfen tätig, wo Notlager in den jeweiligen Turnsälen eingerichtet wurden.

Großraumzelt
Beim Bahnhof Kufstein steht jetzt ein beheiztes Großraumzelt bereit, ausgestattet mit Fußboden, Dusch- sowie WC-Containern: Hier findet die medizinische Erstversorgung und Verpflegung der Flüchtlinge statt. Nach Aufnahme der Personalien werden sie in die Unterkünfte gebracht. 150 Schlafgelegenheiten gibt es in den Turnhallen, weitere 50 Personen (in erster Linie Familienverbände) könnten im Erstaufnahmezelt untergebracht werden. Zur Zeit wird am Aufbau für weitere 200 Personen in Kufstein gearbeitet. Falls diese Kapazitäten nicht reichen würden, gab es auch bereits Gespräche für die Tennishallen in Kufstein.

Weniger Flüchtlinge in den ersten Tagen
Noch sieht es nicht danach aus, dass nicht genügend Unterkünfte vorhanden wären. In den ersten drei Tagen wurden 47 Flüchtlinge nach Kufstein zur Personalienaufnahme gebracht, nur 25 nutzten anschließend das Angebot einer Unterkunft. Sie wurden in Schwoich untergebracht und stammen aus Eritrea, Somalia und Nigeria. Bis zum Sonntag erhöhte sich die Zahl auf 193 Aufgriffe, insgesamt 68 Flüchtlinge wurden in Langkampfen und Schwoich untergebracht.
„Die Exekutive wird ihre Präsenz in Kufstein, Langkampfen und Schwoich durch die vorübergehende Zuteilung von 24 zusätzlichen fremdenpolizeilich versierten Mitarbeiterinnen und Kollegen aus Ostösterreich verstärken“, kündigte Bezirkspolizeikommandant Walter Meingassner an. „Außerdem wurden für die Quartiere private Sicherheitsdienste organisiert“, ergänzt Platzgummer.

Um dem Problem auf den Grund zu gehen, dass zahlreiche Bands aus Wörgl und Umgebung keine Proberäumlichkeiten finden, starteten die beiden Wörgler Musiker Tobias Muster und Michael Thaler eine Umfrage.

Mit dem Projekt „Musik braucht Platz“ wurden insgesamt 37 lokale Bands zu ihrer derzeitigen Proberaumsituation befragt - und das Ergebnis ist erschütternd: Aus 153 ausgefüllten Fragebögen ging hervor, dass derzeit 16 Bands aus Wörgl und Umgebung einen Proberaum suchen. Weiters befinden sich von den 21 genutzten Räumlichkeiten zwei Drittel außerhalb von Wörgl. Gemeinsam mit dem Jugend- und Kulturausschuss der Stadt sowie dem Verein komm!unity sucht man jetzt nach einer Lösung. Der erste Schritt ist dabei ein Aufruf an Private, den suchenden Bands leerstehende Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.
„Die Proberaumsituation in Wörgl ist nicht zufriedenstellend, doch wir haben jetzt eine Grundlage, mit der wir arbeiten können“, so Jugendreferent GR Christian Kovacevic. Er möchte sich über dieses Thema im Jugend- sowie im Kulturausschuss Gedanken machen. Derzeit gibt es neun Räumlichkeiten von der Stadt Wörgl, die für Bands teils entgeltlich, teils auch unentgeltlich zur Verfügung stehen. Doch keiner weiß so genau, welche Bands  diese Räumlichkeiten nutzen bzw. ob darin überhaupt noch geprobt wird. Jetzt will man dies genau überprüfen und die Räumlichkeiten gegebenenfalls neu vergeben. „Es braucht jedoch keiner Angst zu haben, dass den Bands jetzt die Räumlichkeiten weggenommen werden“, betont Kovacevic. Kulturreferent GR Mag. Johannes Puchleitner zeigt sich erfreut darüber, dass es durch diese Initiative gelungen ist, eine Vernetzungsplattform zu schaffen. Hier übernimmt die Mobile Jugendarbeit „Achterbahn“ eine vermittelnde Rolle.
Private, die geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung haben sowie die Bands haben ab sofort mit Tobias Muster einen Ansprechpartner. Kontakt: Tel. 0664/88745006 bzw. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Um den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen in Zukunft erfüllen zu können, entsteht in Angath ein neues Mehrzweckgebäude mit Kinderkrippe.

In den vergangenen zwei Jahren wurde das Kindergartengebäude in der Gemeinde Angath um € 270.000,- generalsaniert. Darin befinden sich derzeit eine Kindergartengruppe sowie eine Kinderkrippengruppe. Da die Kapazitäten in Zukunft nicht mehr ausreichen, entsteht ab Juli ein zweistöckiges Gebäude mit Platz für zwei Kinderkrippengruppen á zwölf Kinder. Im Erdgeschoss ist Platz für einen Nahversorger mit Kaffeehaus sowie für einen Versammlungsraum bzw. Gemeindesaal für bis zu 100 Personen, der erste Stock ist mit einer Fläche von 350 m2 für die Kinderbetreuung vorgesehen. „Die Gemeinde Angath wird dadurch noch attraktiver zum Wohnen. Dies ist ein wichtiger Schritt und bespielhaft für andere Gemeinden“, so LA Bettina Ellinger. Die neue Kinderbetreuungseinrichtung bietet zukünfig auch Platz für Kinder aus Umlandgemeinden und ist als ganzjährige Ganztagsbetreuung mit Öffnungszeiten Mo. - Fr. 7.00 bis 17.15 Uhr bzw. 7.00 bis 14.00 Uhr (zweite Gruppe) vorgesehen. Auch eine Betreuung in alterserweiterter Form bis sechs Jahre (wenn der Kindergarten geschlossen hat) und ein Sommerkindergarten als alterserweiterte Betreuungsform der Kindergartenkinder ist in Planung. Zukünftig kann der Kindergarten im generalsanierten Gebäude mit zwei Gruppen sowie bedarfsgerechten Öffnungszeiten betrieben werden, bereits im Herbst ist die zulässige Kinderanzahl der Gruppe grenzwertig. Die Fertigstellung des neuen Gebäudes ist für März/April 2016 geplant, finanziert wird das € 2,1 Mio. teure Projekt aus Eigenmitteln der Gemeinde sowie zur Hälfte vom Land Tirol.

Kinderbetreuung im Bezirk Kufstein
Im Bezirk Kufstein sind derzeit 4.836 Kinder entweder in einer Kinderbetreuungseinrichtung oder in einer Kinderspielgruppe, bei Tageseltern und in der schulischen Nachmittagsbetreuung gut aufgehoben. Das sind rund 1.100 Kinder mehr als vor fünf Jahren. Der höchste Zuwachs ist bei der schulischen Tagesbetreuung mit 528 zusätzlichen Schülern zu verzeichnen.
Damit hat Kufstein im Vergleich mit den übrigen Bezirken die Nase vorn. Darüber hinaus wurden in den vergangenen fünf Jahren 371 zusätzliche Kindergärten- und 248 weitere Krippenplätze geschaffen. „Nach der intensiven Ausweitung der Angebote, liegt der Fokus nun insbesondere auf der Qualität der Betreuung sowie auf generationen- und gemeindeübergreifenden Projekten“, erklärt LR Beate Palfrader.

Am 8. und 9. Juni findet auf Schloss Elmau im bayerischen Krün in Deutschland der G7-Gipfel statt. Aus diesem Grund werden die Grenzkontrollen verstärkt, man rechnet damit, dass vermehrt Flüchtlinge aufgegriffen werden.

Aufgrund des G7-Gipfels, dem Treffen der sieben wichtigsten Staats- und Regierungschefs,  am 8. und 9. Juni auf Schloss Elmau in Krün werden von 26. Mai bis 15. Juni verstärkt Grenzkontrollen auf der Straße und auf der Schiene durchgeführt.
„Wir rechnen damit, dass im Zuge dieser Kontrollen vermehrt Flüchtlinge aufgegriffen werden“, informiert Dietmar Schennach, Vorstand der Gruppe Gesundheit und Soziales beim Land Tirol. Schätzungen gehen davon aus, dass derzeit täglich rund 120 Flüchtlinge durch Tirol Richtung Deutschland und Skandinavien reisen.
Da nicht klar ist, wie intensiv Deutschland seine Grenze zu Tirol kontrollieren wird, um die Einreise von gewaltbereiten DemonstrantInnen gegen G7 zu verhindern, ist auch nicht abschätzbar, wie viele Flüchtlinge tatsächlich in Tirol stranden werden. „Die Polizei, das Rote Kreuz, der Arbeitersamariterbund, die BH Kufstein und das Land Tirol bereiten sich aber jedenfalls auf ein erhöhtes Flüchtlingsaufkommen vor“, berichtet Schennach im Anschluss an eine Sitzung der Einsatzorganisationen von konstruktiven Vorbereitungsarbeiten.

Notquartiere in Turnhallen
Im Nahbereich des Bahnhofs Kufstein wird ein Erstversorgungszelt errichtet, in dem die Flüchtlinge Essen, ärztliche Versorgung und Informationen über die weitere Vorgangsweise erhalten. Dann erfolgt der Transfer zu den Notquartieren in den Turnhallen von Schwoich und Unterlangkampfen. Die Notquartiere werden vom Arbeitersamariterbund bzw. vom Roten Kreuz betreut und bieten ab Mitte nächster Woche Platz für cirka 200 Menschen. Sollten diese Kapazitäten nicht ausreichen, stehen weitere Unterkünfte zur Verfügung.  Außerhalb des Bezirkes Kufstein hat auch die Stadt Innsbruck noch ein zusätzliches Notquartier angeboten.
„Ich darf mich bei den Gemeinden und bei den Einsatzorganisationen für die gute Zusammenarbeit bedanken. Gemeinsam wollen wir diese schwierige humanitäre Situation bewältigen und den flüchtenden Menschen – so gut es geht – Schutz und Unterkunft bieten“, erklärt Soziallandesrätin Christine Baur.