Im April hat die Gemeindebücherei ihre neuen Räumlichkeiten in der Alleestraße in Walchsee bezogen. Auf mehr als 200 m2 stehen jetzt Bereiche zum Lesen, Lernen und Spielen sowie Räume für Veranstaltungen zur Verfügung. Vergangenen Dienstag, 25. August, besuchte Cornelia Hagele gemeinsam mit LA Sebastian Kolland die neue Bücherei und würdigte das freiwillige Engagement der vielen Ehrenamtlichen.

Zehn engagierte Menschen arbeiten derzeit in der Gemeindebücherei Walchsee, acht davon ehrenamtlich. Landesrätin Cornelia Hagele nahm den Büchereibesuch zum Anlass, auf die Bedeutung des freiwilligen Engagements für das öffentliche Büchereiwesen hinzuweisen. „Unsere Büchereien leben vom Ehrenamt. Viele Menschen investieren Woche für Woche ihre Zeit, damit andere lesen, lernen und sich treffen können. Das passiert vielfach im Hintergrund und ist deshalb umso wichtiger. Die Gemeindebücherei Walchsee zeigt eindrucksvoll, was mit viel Engagement und Begeisterung für das Lesen möglich ist“, sagt Hagele. Die Landesrätin betonte solz, dass tirolweit rund 10 Prozent der Bevölkerung in einer Bücherei registriert sind, jährlich werden tirolweit rund 2,3 Mio. Medien ausgeliehen.
Allein im Bezirk Kufstein gibt es 24 Büchereien. Laut Kolland gab es im vergangenen Jahr über 220.000 Entlehnungen, über 11.000 Nutzer sind allein im Bezirk Kufstein registriert. „Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, welchen Stellenwert diese Einrichtungen im Bezirk Kufstein haben. Hinter diesen Zahlen stehen viele engagierte Menschen, die dafür sorgen, dass Bildung, Kultur und Begegnung direkt in unseren Gemeinden stattfinden können“, erklärt Kolland.

Großer Zulauf
Überdurchschnittlich stark genutzt wird dabei die neue Bücherei in Walchsee: Heuer wurden aus den 7.543 Medien im Bestand bereits über 13.000 Entlehnungen gezählt, im ersten Halbjahr konnten 71 neue Leser dazugewonnen werden. Dazu kommen 491 aktive Nutzer und knapp 3.300 Besucher allein im ersten Halbjahr. Das Angebot wird laufend weiterentwickelt – die Erneuerungsquote des Medienbestands lag 2025 bei 13,55 Prozent. Die Gemeindebücherei fungiert auch als Schulbücherei, wird für Unterrichtseinheiten genutzt und nimmt an der Onleihe Tirol teil. „Unsere Bücherei ist viel mehr als ein Ort, an dem Bücher ausgeliehen werden. Sie ist Treffpunkt, Bildungsort und ein Platz für Begegnung mitten in Walchsee“, freut sich Bgm. Ekkehard Wimmer.

Mehr als eine Bücherei
Büchereileiterin Maria Waldner hat sich mit ihrem Team das Ziel gesetzt, auch verschiedene Veranstaltungen zu organisieren. Seit April standen bereits Lesungen, ein Aquarell-Workshop und sogar eine Kuscheltier-Übernachtungsparty auf dem Programm. Dazu werde das monatliche Lesecafé sehr gut angenommen. Im Herbst startet zudem ein „Youth Reading Club“ für Jugendliche. „Wir möchten die Leseförderung noch weiter stärken, Jugendliche noch mehr ins Boot holen und die Bücherei als sozialen Treffpunkt verankern“, sagt Waldner.


Zu Besuch in der neuen Bücherei in Walchsee: Klubobmann LA BPO Sebastian Kolland (li.), Bgm. Ekkehard Wimmer (2. v. l.), Vize-Bgm. Bernhard Geisler, LR Cornelia Hagele (re.) mit dem Bücherei-Team.

Bereits vor rund einem Monat appellierte die Gemeinde Kirchbichl auf ihrer Homepage an Moped- und Motorradfahrern: Unnötig hohe Drehzahlen, starkes Beschleunigen oder häufiges Hin- und Herfahren in Wohngebieten würden vermeidbaren Lärm verursachen und die Lebensqualität der Anrainer beeinträchtigen. „Die Gemeinde Kirchbichl ersucht daher alle Moped- und MotorradfahrerInnen, mit Rücksicht und Verantwortungsbewusstsein unterwegs zu sein.“ Dieser Appell blieb aber großteils wirkungslos: Immer wieder beschweren sich Gemeindebürger – vor allem im Bereich der Ulricusstraße und des Strandbades – über laute Mopeds.
Bgm. Herbert Rieder will jetzt im Verkehrsausschuss im Herbst darüber beraten, welche (auch rechtliche) Möglichkeiten es gibt, gegen die Lärmbelastung vorzugehen.

„Junos“ stemmen sich gegen Moped-Fahrverbot
Welche Möglichkeiten seitens der Gemeinde genau geprüft werden, darüber hielt sich Rieder auf Anfrage des Kufsteinblick bedeckt. 
Die „Junos“ vermuten jedoch, dass in Kirchbichl über ein nächtliches Moped-Fahrverbot diskutiert werde. „Für uns Junos ist klar, dass es keine Toleranz für jene Gruppen geben darf, die Anrainer absichtlich mit Lärm belasten. Ein Fahrverbot würde aber nur jene bestrafen, die sich an die Regeln halten und aufgrund der fehlenden Nightliner abends auf das Moped angewiesen sind“, erklärt der Landesvorsitzende Julian Pfurtscheller. Die Wirksamkeit eines solchen Fahrverbotes sei zudem fraglich, wenn dessen Einhaltung nicht durch eine starke Polizeipräsenz konsequent kontrolliert werde. Für viele Jugendliche in der Region sei das Moped außerdem ein unverzichtbares Verkehrsmittel.

Sofern es zu keinen vorgezogenen Neuwahlen kommt, wird in Tirol planmäßig im Herbst 2027 ein neuer Landtag gewählt. Die SPÖ im Bezirk Kufstein präsentierte bereits jetzt ihre Kanditaten, um sich anschließend  auf die Inhalte konzentrieren zu können.

Im Rahmen einer Bezirkskonferenz wurde die zehnköpfige Bezirksliste bereits am 11. Juni beschlossen. Angeführt wird diese von LA Christian Kovacevic, der von den Delegierten mit 100 Prozent Zustimmung erneut zum Spitzenkandidaten für den Bezirk Kufstein gewählt wurde. Das Wahlziel ist ein Direktmandat, im Jahr 2022 wurde dies um rund 900 Stimmen verfehlt. Kovacevic zog über die Landesliste (Platz 7) trotzdem in den Landtag ein.

Reisverschlusssystem
Auf Platz zwei ist Eva Steibl-Egenbauer gereiht. Die Frauenvorsitzende der Bezirks-SPÖ ist als Landes-Geschäftsführerin bei der SPÖ Tirol tätig. Auf Listenplatz drei folgt Tobias Gasser – der Alpbacher will die Interessen der jungen Generation vertreten. Die Bezirksliste komplettieren Irem Koca (Kufstein), Christian Mussner (Wörgl), Bianca Bichler (Kirchbichl), Johann-Peter Ager (Bad Häring), Beate Pargger (Ebbs), Manfred Farbmacher (Wörgl) sowie Irmgard Egger (Kirchbichl).
Kovacevic sieht die Listenpräsentation keinesfalls als Wahlkampfstart. Vielmehr sei die politische Hintergrundarbeit jetzt erledigt, damit könne man sich jetzt auf Themen und Inhalte konzentrieren. Dabei stehen das leistbare Wohnen, eine gute und verlässliche Mobilität sowie für alle Menschen zugängliche Freizeitmöglichkeiten im Zentrum. Ebenfalls ein Thema – besonders im Unterland – sei die Umsetzung des Hochwasserschutzes. „Ich freue mich sehr, mit einem so starken und motivierten Team in die kommende Landtagswahl zu gehen. Unsere Liste verbindet Erfahrung mit neuen Ideen und zeigt, dass viele Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, so Kovacevic.


V. l.: Christian Mussner, Eva Steibl-Egenbauer, LA Christian Kovacevic, Tobias Gasser sowie Bianca Bichler

Ziel des Wörgler Vereins „Licht für Wörgl“ ist es, jene Gemeindebürger rasch und unbürokratisch zu unterstützen, die unverschuldet in schwierige Lebenssituationen geraten. Bisher stand GR Elisabeth Werlberger dem Sozialverein als Obfrau vor, reguläre Neuwahlen wären erst im November 2027 geplant gewesen. Der Vorstand hat sich jedoch kürzlich für eine vorzeitige Neuwahl entschieden, Werlberger wurde abgewählt.

Die Chronik einer Demontage
Im Jahr 2022 zog Elisabeth Werlberger (ehem. Liste Wörgl Bewegen, ÖVP) als Stadträtin in den Wörgler Gemeinderat ein. Der Fraktionsvorsitzende Bgm. Michael Riedhart beförderte sie im Jahr 2024 sogar noch zur „amtsführenden Stadträtin“, ehe heuer das einst gute Verhältnis  zu bröckeln begann. Nach dem Rücktritt von Vize-Bgm. Roland Ponholzer (Wir für Wörgl) wählte der Wörgler Gemeinderat am 1. Juli GR Hubert Aufschnaiter (Liste Wörgl Bewegen, ÖVP) zum neuen 2. Vizebürgermeister. Damit verlor Werlberger unerwartet ihr Stadtratsmandat.
Am 7. Juli erklärte die Liste Wörgl Bewegen in einer Presseaussendung, dass Elisabeth und ihr Mann Hubert Werlberger aus der Fraktion ausgeschlossen werden. Dazu wurde Elisabeth als Referentin für Soziales, Gesundheit, Bildung und Senioren abberufen, Hubert von seiner Funktion als Referent für Landwirtschaft entbunden.

Kuriose Abwahl
Ohne ihr Wissen bekam Obfrau Elisabeth Werlberger dann kürzlich eine Einladung zu einer Generalversammlung vom Verein „Licht für Wörgl“. 
Dieser besteht gerade einmal aus fünf Mitgliedern, welche auch den Vorstand bilden: Neben Werlberger als Obfrau waren Vize-Bgm. Kayahan Kaya (Liste Wörgl Bewegen, ÖVP) als 1. Obfrau-Stv. und Riedhart als 2. Obfrau-Stv. sowie Kassierin Novella Steinlechner (MFG) eingeladen. Dazu ist Sabine Seiwald als Schriftführerin im Vorstand, die langjährige Stadtamtsmitarbeiterin hat jedoch kein Stimmrecht. Da Kaya die Sitzung am 14. August urlaubsbedingt verpasste, reichten die Stimmen von Riedhart und Steinlechner für die Abwahl Werlbergers. Anschließend wurde Steinlechner zur neuen Obfrau gewählt, ihr bisheriges Amt der Kassierin übernimmt GR Walter Altmann (ehem. Liste Wörgl Bewegen, ÖVP). Der restliche Vorstand bleibt gleich.
Riedhart begründet das Vorgehen mit fehlendem Einsatz: „Die Generalversammlung wurde mehrheitlich vom Vereinsvorstand einberufen, weil die bisherige Obfrau, Elisabeth Werlberger trotz mehrfacher Gespräche im Vorstand nicht den Einsatz erbracht hat, den sich der Vorstand von ihr erwartet hat.“ Der Stadtchef erklärte, dass keine Veranstaltungen organisiert, zu wenige Förderanträge bearbeitet und keine Öffentlichkeitsarbeit betrieben worden seien. Auch Anliegen anderer Vorstandsmitglieder – etwa zum Onlineauftritt des Vereins – seien unbehandelt geblieben.

Scharfe Kritik von Werlberger
Werlberger betont in einer Stellungnahme, dass „Licht für Wörgl“ nicht zum Spielball politischer Interessen werden  dürfe. Wenn es um Menschen in Not geht, dürfe Politik niemals wichtiger sein als Menschlichkeit. „Es wundert mich nicht, dass solche Behauptungen kommen. Menschen, die sich für die Wörglerinnen und Wörgler einsetzen und nicht immer der gleichen Meinung mit dem Bürgermeister und dessen Gefolgen sind, werden ausranchiert. Ich habe meine Arbeit stets mit Umsicht und Verlässlichkeit gemacht“, wehrt sich Werlberger.
Auch StR. Christian Kovacevic (Liste Hedi Wechner) kritisiert das Vorgehen: „Dass nun selbst soziale und karitative Einrichtungen politisch instrumentalisiert und missbraucht werden, macht mich fassungslos. Leidtragend sind letztlich die in Not geratenen Wörglerinnen und Wörgler, die von diesen politischen Zankereien und Machtspielchen gar nichts haben.“

Immer wieder fällt jener Lift am Bahnhof Kufstein aus, der Menschen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zum Zeller Steg ermöglicht. Laut ÖBB liegt das Problem in sehr vielen Fällen bei Vandalismus, Bgm. Martin Krumschnabel hofft auf eine langfristige Lösung.

Vandalismus bzw. eine unsachgemäße Nutzung wie z. B.  absichtliches, heftiges Hüpfen im Lift sind lt. ÖBB-Pressesprecher Dr. Christoph Gasser-Mair häufig die Ursache dafür, dass am Kufsteiner Bahnhof Lifte auf Störung schalten und ausfallen. Vor Wiederinbetriebnahme muss anschließend alles überprüft werden: „Das dauert eben seine Zeit. Wir trachten natürlich danach, die Ausfallzeiten so kurz wie möglich zu halten“, erklärt Gasser-Mair.
Heftige Kritik daran übt NR Christofer Ranzmaier: „Wer mit Kinderwagen, Rollstuhl, Rollator oder schwerem Gepäck unterwegs ist, muss sich am Kufsteiner Bahnhof offenbar regelmäßig auf böse Überraschungen einstellen. Eine derart wichtige Verkehrsdrehscheibe darf nicht laufend an ihrer grundlegenden Barrierefreiheit scheitern. Betroffenen zufolge sind die Liftanlagen mittlerweile quasi an mehr Tagen außer Betrieb als sie störungsfrei funktionieren.“ Laut Ranzmaier sei nicht nur der Aufzug zum Zeller Steg betroffen, auch Lifte innerhalb des Bahnhofes würden regelmäßig ausfallen.

Alternative für längere Liftausfälle
Bgm. Martin Krumschnabel ist das Problem ebenfalls bekannt, eine einfache Lösung dafür sei aber nicht in Sicht. Für einen barrierefreien Zugang zum Zeller Steg müssten über 9 Meter Höhenunterschied überwunden werden, dafür wäre lt. Krumschnabel ein 200 Meter langer Weg nötig.
„Wir müssen für jene Leute, die auf den Lift angewiesen sind, eine Alternative finden“, erklärt der Stadtchef. Bei zukünftigen, längeren Ausfallzeiten des Aufzuges sei z. B. ein kostenloses Taxi vom Bahnhof Kufstein nach Zell – für Menschen mit eingeschränkter Mobilität – vorstellbar. Dies werde im nächsten Stadtrat diskutiert.

Keine Detailplanungen für neuen Zeller Steg
Für den beabsichtigten Neubau des Zeller Steges liegt lt. ÖBB bereits eine Machbarkeitsstudie vor, die Detailplanungen wurden allerdings noch nicht gestartet. Damit verbunden wären auch zwei neue Aufzüge, was das aktuelle Problem entschärfen würde.
Lt. Krumschnabel wird es vermutlich aber bis zum Jahr 2030 dauern, bis der Zeller Steg erneuert wird. Die Detailplanungen würden mit den Planungen für den Bau eines Parkhauses bei der Park and Ride-Anlage zusammenhängen. Hier sind sich die Stadt Kufstein und die ÖBB allerdings uneins: „Wir sind seit Jahren in Verhandlungen mit der ÖBB, die Zeit wurde aber immer nach hinten verschoben. Wir möchten auch über die Ladestraße eine Zu- und Abfahrt zum Parkhaus. Das würde den Verkehr durch den Ortsteil Zell laut  einer Verkehrssimulation halbieren. Diesen Vorschlag lehnt die ÖBB aber ab“, ärgert sich Krumschnabel. Ebenfalls kritisiert der Stadtchef, dass die neue Parkgarage nur Fahrgästen der ÖBB vorbehalten sein soll: „Es wäre eine gute Parkgelegenheit für die Zeller Bevölkerung sowie für Veranstaltungen. Am Abend ist der Parkplatz meistens sowieso leer.“


Der Lift zum Zeller Steg fällt immer wieder aus. Hauptursache dafür ist laut ÖBB häufig Vandalismus.