„Wir wollen im Hinblick auf die Gemeinderatswahlen mit unseren Plakaten einstellig bleiben in Wörgl“, kündigten die Wörgler Grünen lediglich neun Plakate an. Richard Götz und Iris Kahn laden auch alle anderen Parteien ein, es ihnen gleich zu tun. „Ein Plakat ist nicht der ausschlaggebende Punkt für eine Wahlentscheidung. Die Leute haben die Schnauze voll von der übermäßigen Plakatflut“, erklärt Kahn.
Die Wörgler Grünen könnten sich ausgewiesene Plätze für Plakate vorstellen, der Rest der Stadt solle plakatfrei bleiben. „Alle Parteien heften sich den Umweltschutz auf die Fahne, jetzt kann man etwas dafür tun“, ergänzt Kahn.
In der Gemeinderatssitzung am 28. Oktober kam der Wunsch nach einer Fraktionsleitersitzung - auch mit den bisher bekannten, neu hinzukommenden Listen, um weitere Details besprechen zu können. „Man kann sich selbstverständlich über einen plakatarmen Gemeinderatswahlkampf einigen, aber es kann keine Fraktion dazu gezwungen werden, sich daran zu halten. Wenn dann sind das freiwillige Übereinkünfte“, so Bgm. Hedi Wechner.

Der Wörgler Gemeinderat beschloss in der letzten Gemeinderatssitzung mehrheitlich den Beitritt zum ECCAR Netzwerk. Damit verpflichtet sich die Stadtgemeinde, nach den Richtlinien der Europäische Städte-Koalition gegen Rassismus (ECCAR) einen Zehn-Punkte-Aktionsplan für Wörgl auszuarbeiten. Dieser beinhaltet u. a. die verstärkte Wachsamkeit gegenüber Rassismus und deren Bekämpfung, bessere Unterstützung für die Opfer von Rassismus und Diskriminierung, die Förderung der kulturellen Vielfalt oder bessere Beteiligungs- und Informationsmöglichkeiten für die Bürger.  
Sozialreferent Christian Kovacevic erklärte, dass der Verein Komm!unity diesen Zehn-Punkte-Aktionsplan für Wörgl bereits ausgearbeitet und teilweise Aktionen bereits umgesetzt sind. Dazu seien die personellen Reccourcen in der Abteilung Integration des Verein Komm!unity vorhanden, sodass dieser Beitritt vollkommen kostenlos sei.
Der Beschluss im Gemeinderat erfolgte mehrheitlich, nur die Freiheitliche Wörgler Liste mit den  vier Mandataren enthielt sich. „Es sind viele Sachen dabei, wo Kosten entstehen. Wir haben bereits ein Integrationszentrum“, erklärte Vize-Bgm. Mario Wiechenthaler die Entscheidung.
Das Handbuch zum 10-Punkte-Plan (Toolkit for Equality) wurde mit Hilfe der Europäischen Kommission, UNESCO, der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR), Open Society Foundation - At Home in Europe, ETC Graz und den Städten Bern, Bologna, Esch-sur-Alzette, Gent, Graz, Potsdam, Rotterdam, Wien und Zürich umgesetzt.

Der Wörgler Gemeinderat stimmte mehrheitlich für den Beitritt zum ECCAR Netzwerk.

Unter dem Motto „Keine Gemeinde ohne Gemeinderätin. Kein Bezirk ohne Bürgermeisterin“ starten die Frauen in der Tiroler Volkspartei eine Offensive für die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am 27. Februar 2022.

In den 30 Gemeinden im Bezirk Kufstein gibt es derzeit nur zwei Bürgermeisterinnen, von den 440 Gemeinderäten sind lediglich 95 weiblich (22 %). „Wir sind der Überzeugung, dass jetzt der richtige Moment ist, Frauen direkt anzusprechen, da jetzt die Listenzusammenstellungen bevorstehen“, erklärt Elisabeth Pfurtscheller, Landesleiterin der Frauen in der Tiroler Volkspartei. Mit der Kampagne „Du bist die Wahl“ sollen die Frauen darauf aufmerksam gemacht werden, dass man nicht nur die Wahl hat, sondern sich auch einer Wahl stellen kann. „Es ist wichtig, dass mehr weibliche Mitglieder im Gemeinderat sind, welche die Interessen der Dorfbewohner vertreten. Wir wollen motivieren, Mut machen und aufmerksam machen“, so LA Barbara Schwaighofer, die seit 2010 im Niederndorfer Gemeinderat sitzt. „Wir müssen Frauen überzeugen, dass sie was können. Dinge, die uns betreffen, werden oft in der Kommune entschieden. Gerade da sind Frauen wichtig, um gute Inputs zu geben“, verweist Julia Lettenbichler (Bezirksleiterin Kufstein) auf die Themen Kinderbetreuung und Schule. „Wir haben bei gewissen Themen andere Ansichten“, ergänzt die Kundler Vize-Bgm. Barbara Trapl. Für Bezirksparteiobmann Sebastian Kolland ist es keine parteipolitische, sondern eine gesellschaftliche Frage. „Man lässt in den Gemeinden Kompetenzen liegen. Es ist ein Qualitätsmerkmal, wenn viele Frauen im Gemeinderat sind. Man muss ihnen die Chancen eröffnen“, so Kolland abschließend.

Die Frauen in der Tiroler Volkspartei Barbara Trapl, Barbara Schwaighofer, Elisabeth Pfurtscheller und Julia Lettenbichler (v. l.) mit Bezirksparteiobmann Sebastian Kolland

Der Wörgler Vize-Bgm. Mario Wiechenthaler kündigte bei der Gemeinderatssitzung am 28. Oktober an, bei den kommenden Gemeinderatswahlen nicht mehr zu kandidieren: „24 Jahre sind genug“, erklärte der Fraktionsführer der Freiheitliche Wörgler Liste. Wiechenthaler war sechs Jahre als Ersatz-Gemeinderat und anschließend 18 Jahre im Wörgler Gemeinderat vertreten. Davon war der Freiheitliche zwölf Jahre Stadtrat, sechs Jahre Vizebürgermeister und in diversen Gremien (u. a. Aufsichtsrat der GZW Errichtungs-GmbH, Aufsichtsrat der Stadtmarketing Wörgl GmbH) vertreten. All diese Funktionen legt Wiechenthaler mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am 27. Februar 2022 zurück und geht in Politpension.
Götz übergibt Mandat
Der Fraktionschef der Wörgler Grünen, GR Richard Götz, übergibt mit sofortiger Wirkung sein Gemeinderatsmandat an die bisherige Ersatz-Gemeinderätin Iris Kahn. Die Bezirkssprecherin der Grünen übernimmt auch den Fraktionsvorsitz und soll die Wörgler Grünen als Spitzenkanditatin in die kommenden Gemeinderatswahlen führen. Die interne Wahl dazu folgt im November.
Götz war zwölf Jahre im Wörgler Gemeinderat und acht Jahre Fraktionsführer der Wörgler Grünen. Im Gegensatz zu Wiechenthaler will Götz auch zukünftig in der Fraktion mitwirken.



Übergabe des Fraktionsvorsitzes: Iris Kahn übernimmt das Zepter von Richard Götz. Rechts im Bild Vize-Bgm. Mario Wiechenthaler.

Der Theaterbetrieb in Thiersee befindet sich derzeit im Dornröschenschlaf. Einserseits der Pandemie geschuldet, welche Proben und Aufführungen erschwert, andererseits wegen der Passion 2022, bei der viele Mitglieder der Volksbühne Alpenland Thiersee in tragenden Rollen mitwirken werden.
Trotzdem ist auch die Volksbühne Alpenland um ein aktives Vereinsleben bemüht und lud zu einen gemütlichen Törggele-Abend im Alpengasthof Schneeberg in Thiersee ein. Nach einem üppigen Menü folgte ein Sketch über eine nicht ganz gelungene Theaterprobe, gespielt von den sechs Enkelkindern von Ehrenobmann Herbert Bichler, sowie der Sketch „Do it yourself“ um zwei semi-professionelle Heimwerker, dargestellt von Obmann Richard Pirchmoser und seinem Stellvertreter Ferdinand Mairhofer.
Höhepunkt des geselligen Abends waren aber die Ehrungen für langjährige verdienstvolle Mitglieder des Thierseer Theatervereins. Insgesamt 905 Jahre Mitgliedschaft beim Verein konnten die Geehrten vorweisen. Neben elf Ehrungen für 25 Jahre, acht Auszeichnungen für 40 Jahre und fünf Ehrungen für 50 Jahre konnte man Christian Bichler zur 60-jährigen Mitgliedschaft bei der Volksbühne gratulieren.

Die geehrten Jubilare der Volksbühne Alpenland Thiersee.
(Foto: Volksbühne Alpenland Thiersee)