Stadt Kufstein gegen Blunder: Klage bleibt aktuell
Nachdem es im Fall Stadt Kufstein gegen Stadtrat Lukas Blunder (ehemals MFG) keine außergerichtliche Einigung gegeben hat, wird wohl ein Richter über die Causa entscheiden. Die von beiden Seiten vorgelegten Vergleichsvorschläge wurden abgelehnt. In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 29. April, wurde festgelegt, was die Stadt Kufstein vom Beklagten erwartet. Obwohl Blunder während der Behandlung des Punkts wegen Befangenheit kein Rederecht hatte, unterbrach er mehrfach die Verlesung des Antrags.
Vorwürfe nach Ausschusssitzung
Die Stadt wirft Blunder vor, bei einer nicht öffentlichen Sitzung des Überprüfungsausschusses vom 26. November 2025 eine Mitarbeiterin verbal angegriffen zu haben; Begriffe wie „Stasi‑Methoden“ und „Amtsmissbrauch“ sollen dabei gefallen sein.
Weiters wird ihm vorgeworfen, in der Vergangenheit wiederholt Beschimpfungen, Beleidigungen sowie ehrenrührige Behauptungen gegenüber städtischen Beamten gemacht zu haben. Aufgrund der Fürsorgepflicht als Arbeitgeber wurde Rechtsanwalt Dr. Simon Tonini hinzugezogen, der nach Darstellung der Stadt eine Unterlassungsklage empfahl und gute Erfolgsaussichten attestierte.
Blunder argumentiert hingegen, seine Aussagen seien im Rahmen seiner politischen Kontrollfunktion und in hypothetischer Form gefallen.
Blunder störte Sitzung
Während der Verlesung des Antrags unterbrach Blunder mehrfach. Bgm. Martin Krumschnabel wies darauf hin, dass Blunder als befangener Mandatar kein Rederecht habe und sich nicht in die Behandlung des Tagesordnungspunkts einbringen dürfe. Als Blunder weiter argumentierte, wurde der Bürgermeister deutlicher und forderte ihn auf, „den Mund zu halten“. Nach weiteren Kommentaren verließ Blunder den Saal und wurde erst am Ende des Tagesordnungspunktes wieder zurückgeholt.
Unterschiedliche Meinungen
Gemeinderätin Birgit Obermüller (NEOS) trat mehrfach für Blunder ein. Sie betonte, bei der Ausschusssitzung selbst anwesend gewesen zu sein und nie befragt worden zu sein. Sie betonte, Blunder habe die Mitarbeiterin nicht persönlich angegriffen und die Begriffe hypothetisch verwendet.
In einer Aussendung betonte Obermüller, dass sie „... keine Stasi-Sager gut-heiße“, der Vorfall aber möglicherweise genutzt werde, um Blunder zu schwächen, da er für den Bürgermeister ,ein lästiger Gemeinderat´ sei.
„Er wird nicht mundtot gemacht, wenn er Mitarbeiter nicht mehr beschimpfen darf“, entgegnete Krumschnabel bereits während der Sitzung. Er verwies darauf, dass es mehrere protokollierte Aussagen gebe, die diese Geschehnisse und auch weitere darstellen, und betonte, dass die Stadt die Behauptungen vor Gericht beweisen und Einschüchterungen des Personals nicht hinnehmen werde. „Es gibt Worte, die man einfach nicht benutzt. Es muss ein Zeichen gesetzt werden, sonst wird das morgen genauso weitergehen“, erklärte Vizebürgermeisterin Brigitte Klein (Parteifreien).
„So geschämt wie heute hab ich mich hier noch gar nie. Jeder verklagt den anderen [...] Wir werden ihn nicht mehr gescheiter machen, weil er hat seine Linie. Ich glaube auch nicht, dass er sich entschuldigt, auch wenn es gerechtfertig wäre. Aber ich war nicht dabei, deshalb habe ich nicht für die Klage gestimmt“, warf Stadtrat Walter Thaler (Team Walter Thaler) ein.
Mit 14:6 Stimmen wurde vom Gemeinderat beschlossen, dass die Unterlassungsklage gegen Stadtrat Lukas Blunder fortgesetzt wird und nur unter festgelegten Bedinungen eine außergerichtliche Einigung möglich ist.
Bgm. Martin Krumschnabel ermahnt Stadtrat Lukas Blunder mehrmals, dass er als Befangener kein Rederecht hat. Dieser störte den Tagesordnungspunkt aber weiter.
Neue Pläne für Hechtsee-Restaurant: kleiner und kompakter
Nachdem bekannt wurde, dass die Renovierung des Hechtsee-Restaurants aufgrund von Statikproblemen deutlich teurer ausfallen würde (der Kufsteinblick berichtete), hat sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch, 29. April, für die kleinere Variante entschieden. Errichtet und betrieben wird das Restaurant künftig von der Festung Kufstein GmbH.
„Wir haben das Restaurant europaweit ausgeschrieben, kein einziger Interessent hat sich gemeldet. Ich habe dann mit der Festung Kufstein GmbH gesprochen, ob sie das nicht betreiben könnte. Sie sagte, grundsätzlich schon, aber nicht in der derzeitigen Form. Abgesehen davon hat sich gezeigt, dass aufgrund des langjährigen Betriebes viele Dinge nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen. Die Lüftung ist zu schwach, die Küche zu niedrig und die Elektrik zu erneuern“, erklärte Bürgermeister Martin Krumschnabel.
Im Wettbewerb wurden die Baukosten mit € 2,5 Mio. angesetzt, damit sich ein Betreiber die Pacht leisten kann. Eine Jury aus Fachleuten legte sich auf ein Projekt fest, bei dem die Einhaltung dieser Kosten realistisch erschien.
Bei einer Präsentation stellte sich jedoch heraus, dass die tatsächlichen Kosten deutlich höher liegen würden – bei über € 4,4 Mio. Die Mehrkosten ergaben sich insbesondere aus einer statischen Überprüfung. „Wir haben berechnet, was das für die Pachtkosten bedeuten würde, und sind auf rund € 300.000,- pro Jahr gekommen. Das wäre eine unglaublich hohe Pacht. Die Festung Kufstein GmbH hat gesagt, dass sie das nicht schaffen würde“, so Krumschnabel.
Der Architekt schlug daraufhin eine Sanierungsvariante vor, die netto rund € 2,7 Mio. gekostet hätte. Das Problem eines personalintensiven Betriebs wäre jedoch bestehen geblieben. In weiteren Gesprächen mit der Festung Kufstein GmbH entstand schließlich ein reduziertes Konzept. „Ich habe vorgeschlagen, eine Einbringung vorzunehmen. Das wurde geprüft. Die GmbH würde das Restaurant errichten und ab dem nächsten Sommer betreiben“, so der Bürgermeister. Die Festung Kufstein GmbH ist ein stadteigenes Unternehmen.
Krumschnabel betonte zudem: „Wir haben in den letzten Monaten intensiv an diesem Projekt gearbeitet und immer klar kommuniziert, dass wir zwischen Sanierung und Neubau entscheiden. In war des Öfteren zu lesen, dass es gar kein Projekt am Hechtsee geben werde – das war zu keinem Zeitpunkt angedacht. Wir haben auch nichts herausgerissen. Ich weiß nicht, was das für eine Transparenz sein soll, wenn solche Unwahrheiten verbreitet werden.“
Stadtrat Richard Salzburger (Kufsteiner VP) sieht Synergien durch den Betrieb durch die Festung Kufstein GmbH: „Das Personal kann flexibel dort eingesetzt werden, wo es gerade benötigt wird. Und sollte sich die Situation ändern und die GmbH den Betrieb nicht mehr führen können, ist es aufgrund der kleineren Dimension leichter, einen neuen Betreiber zu finden.“
Der Gemeinderat stimmte mit 20:1 Stimmen (Gegenstimme NEOS) für die kleinere Variante. Vorgesehen ist der vollständige Abbruch des bestehenden Restaurantgeschosses sowie die Errichtung eines neuen Gebäudes. Geplant sind eine Grundfläche von 145 m² und eine Terrasse mit 600 m². Im Innenbereich sind 45 Sitzplätze vorgesehen, auf der Terrasse rund 80. Die Investitionskosten betragen laut Kostenschätzung rund € 2.232.000,- netto.
Das Restaurant am Hechtsee soll in einer kleineren Variante neu errichtet werden.Foto: Alexander Pierzinger
MK Hinterthiersee überzeugt beim Jahreskonzert im Passionsspielhaus
Die Musikkapelle Hinter-thiersee lud am 25. April zum traditionellen Jahreskonzert ins Passionsspielhaus Thiersee ein. Kapellmeister Josef Pirchmoser präsentierte mit seiner Kapelle ein vielseitiges und zugleich anspruchsvolles Programm unter dem Motto „Sagen. Mythen. Legenden.“ Besonders bei der eindrucksvollen und herausfordernden Ouvertüre zu Wilhelm Tell, dem Konzertwalzer Winterstürme oder dem Konzertstück „Dragon Fight“ wusste die Musikkapelle zu überzeugen. Das zahlreich erschienene Publikum honorierte dies mit großem Applaus und gleich zwei Mal Standing Ovations.
In diesem würdevollen Rahmen wurde Michael Gruber für 25 Jahre und Kapellmeister Josef Pirchmoser für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Dazu erspielten sich Carina Kirchmair und Sarah Thaler jeweils das Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Gold.
Nach dem Jahr 2024 richtet die Musikkapelle Hinterthiersee – diesmal gemeinsam mit der BMK Unterlangkampfen – heuer wiederum das Bezirksmusikfest des Unterinntaler Musikbundes aus. Am Sonntag, 2. August, ist ein Umzug inkl. Feldmesse in Kufstein geplant, anschließend geht das Bezirksmusikfest im Hödnerhof Ebbs über die Bühne. Für beste Unterhaltung sorgen die BMK Oberlangkampfen, die MK Kiefersfelden sowie die „Karolinenfelder“.
V. l.: Bezirksobmann-Stv. Hubert Schneider, Michael Gruber, Sarah Thaler, Carina Kirchmair, Kapellmeister Josef Pirchmoser, Obfrau Anna Thaler sowie Bezirksobmann-Stv. Günther Abart
Fotos: HDvisual
Die MK Hinterthiersee begeisterte im Thierseer Passionsspielhaus.
Es bleibt dabei: Keine Live-Übertragungen der Kufsteiner Gemeinderatssitzungen
Erneut wurde im Kufsteiner Gemeinderat bei der Sitzung am Mittwoch, 29. April, über einen Antrag zur Wiederaufnahme von Liveübertragungen beraten. Auf Antrag der MFG wurde ein kostengünstigerer Vorschlag diskutiert, der noch Kosten in Höhe von € 1.775,70 brutto pro Sitzung verursachen würde.
Bei der Antragsverlesung gab Stadtrat Lukas Blunder (ehem. MFG) bekannt, dass zudem der Verein KBL, in dem er Obmann ist, sämtliche Kosten für die Übertragung übernehmen würde.
Christofer Ranzmaier (FPÖ) erklärte, dass sich eine Stadt wie Kufstein eine solche Übertragung wohl leisten könne. Viele hätten ihn angesprochen, die es schade finden, dass sie die Sitzungen nicht mehr verfolgen können. „Für die Bevölkerung gibt es ein Verlangen, aus erster Hand zu sehen, was hier drinnen passiert“, so Ranzmaier. Für Richard Salzburger (Kufsteiner VP) liegt das Problem der Übertragungen nicht bei den Kosten: „Ich glaube - und ich will mich selbst davon nicht ausnehmen -,
dass wir nicht reif genug für eine Live-Übertragung sind. Die Sitzungen haben mit Live-Übertragung um ein bis drei Stunden länger gedauert. Es ist nicht Aufgabe des Gemeinderates, werbewirksam Botschaften zu verbreiten, sondern die Interessen der Bürger zu vertreten und Beschlüsse zu fassen. Wir haben uns nur noch pingpongartig gegenseitig beschossen.“ Zudem stellte er das große Interesse infrage, da außer Mitarbeitern und weiteren Fraktionsmitgliedern nur wenige Zuschauer anwesend gewesen seien. „Wenn wir das wieder live übertragen, ist das Risiko größer, dass wir uns gegenseitig lächerlich machen.“
Für Birgit Obermüller (NEOS) sollte es „State of the Art“ sein, Gemeinderatssitzungen live zu übertragen: „Wir könnten uns auch auf Redezeitbeschränkungen einigen, wenn es zu lange dauert.“
„Wenn man auf die Arbeit im letzten Dreivierteljahr zurückblickt, kann man wirklich sagen, dass einiges besser geworden ist. Das Gesprächsklima und die Sachlichkeit sind gestiegen – mehr Politik, weniger Populismus. Man spricht mehr miteinander und bemüht sich weniger, brauchbare Statements für Videos zu generieren, die man später mit entsprechendem Framing in den sozialen Medien zeigen kann. Ich denke, der Transparenz ist Genüge getan, wenn das Protokoll online einsehbar ist. Diese Live-Übertragungen verleiten viele dazu – mich selbst eingeschlossen –, den Gemeinderat zur Show zu machen. Das soll er aber nicht sein“, gab Klaus Reitberger (Parteifreie) zu bedenken.
Der Antrag wurde mit 8:13 Stimmen abgelehnt. Die Gemeinderatssitzungen in Kufstein werden damit auch künftig nicht live übertragen.
Die Kufsteiner Gemeinderatssitzungen werden auch künftig nicht live übertragen. '
Foto/Montage: Pierzinger
Bühne frei für große Leistungen: Galaabend für Kufsteins beste Sportler
Die Stadt Kufstein lud am 24. April in die Kufstein Arena, um in einem festlichen Ambiente ihre Sportler für ausgezeichnete Leistungen zu ehren.
Bgm. Martin Krumschnabel und Sportreferent Thomas Krimbacher gratulierten Österreichischen Meistern, Tiroler Meistern, Mannschaftsmeistern sowie weiteren Einzelsportlern und Mannschaften für ihre außergewöhnlichen Leistungen im Jahr 2025. „Kufstein ist natürlich stolz auf alle, die Sport betreiben. Wir ehren heute jene, die sich an Wettkämpfe wagen und dabei großartige Erfolge feiern. Egal, ob im Einzelsport oder in der Mannschaft – diese Leistungen verdienen Anerkennung“, erklärte Krumschnabel. Der Stadtchef als auch Krimbacher hoben ebenfalls Eltern, Betreuer, Unterstützer und die Sportveranstalter hervor, ohne deren Unterstützung im Hintergrund solche Leistungen nicht möglich wären.
Durch den Abend führte Moderator Sebastian Kaufmann, der als ersten Showact den Judoclub Kufstein begrüßte. Ebenfalls für Begeisterung sorgte eine weitere Showeinlage von der Einradfahrerin Anna Huber.
Bei zwei Auszeichnungen durfte das Publikum mittels Live-Voting dann mitentscheiden: Zum „Sportevent des Jahres 2025“ wurde der Soda Zitron Nightrun des Thenex Runclub, zum „Sportler des Jahres“ der Fußballer Loris Husic gewählt.
V. l.: Bgm. Martin Krumschnabel, die österreichischen Meister Paul Koller, Jasmin Kitzbichler und Anna Schneeberger sowie Sportreferent Thomas Krimbacher 
Ebenfalls einen österreichischen Meistertitel holten sich Christian Drexl, Alessia Weyler und Emma Frey (v. l.)
