In einem Mail kurz vor der Präsentation des neuen Glücktage-Programmes zeigt sich Ideengeber Thomas Weninger überhaupt nicht glücklich mit einigen Entscheidungen für das aktuelle Jahr. Für den TVB Kufsteinerland kam das überraschend, man will sich aber auf jeden Fall an die aktuellen Auflagen halten.

Nur kurze Zeit vor der Präsentation der Glücktage erhielt der Kufsteinblick von Ideengeber und Hauptkurator Thomas Weninger ein E-Mail, in dem er sich beschwerte, dass er vom Tourismusverband und den anderen Kurator Mitgliedern von dieser Präsentation ausgeladen worden sei. „Erstmalig und mit fadenscheiniger bzw. ausgrenzender Begründung (zu viele Männer am Podium, fehlender 2-G-Nachweis) ...“, so Weninger in seinem Mail.
Weiter führt er an, dass er sich unter Protest dazu entschieden hat, am Pressegespräch nicht teilzunehmen, da er aus tiefster Überzeugung nicht geimpft ist und zwar einen Genesenennachweis erbringen könnte, aber diesen in Kombination mit den geforderten QR-Code nicht erbringen möchte.

Nicht mehr zuständig
Zudem bedauert Weninger, dass Prof. Dr. Ulrike Guérot nicht Teil des Glücktage-Hauptprogrammes sein wird, weil sich der TVB Kufsteinerland explizit dafür entschieden habe, diese Sprecherin für ihre COVID-kritischen Aussagen im Jahr 2020 sowie einer (lt. Weninger) angeblichen Klage seitens des österreichischen Staates nicht einzuladen. In dieser Ablehnung sieht Weninger Zensur und sich damit auch für die Glücktage 2022 nicht mehr zuständig.

TVB überrascht
Nachdem diese E-Mail erst kurz vor der Präsentation verschickt wurde, wussten die Verantwortlichen beim Pressetermin davon noch nichts. Das Fehlen von Weninger wurde mit Terminproblemen erklärt. „So wurde es mir zumindest gesagt“, so TVB-Obmann Georg Hörhager. Er bestätigte, dass es eine Programmänderung gegeben habe. „Eine Sprecherin hat uns nicht zugesagt, und es ist auch unser gutes Recht, diese dann abzulehnen“.
Auf späterer, nochmaliger Anfrage durch den Kufsteinblick gab der TVB Kufsteinerland bekannt, die angesprochenen Probleme mit Thomas Weninger persönlich zu besprechen. „Wir als TVB äußern uns nicht öffentlich über den Impfstatus einer Person, sind aber natürlich bei von uns einberufenen Zusammenkünften und Veranstaltungen dazu verpflichtet, diesen abzufragen, um den behördlichen Auflagen zu entsprechen und unseren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie zu leisten“, so in der Stellungnahme.

Thomas Weninger, Ideengeber und Mitglied des Kuratoriums für die Glücktage

Da die Manacare GmbH, bei der die Stadtwerke-Kufstein-Tochter Kufgem GmbH mit 30 % beteiligt ist, ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, wurde vom Landesgericht Innsbruck am 11. Jänner ein Konkursverfahren eröffnet. Neos fordert Aufklärung und wirft Bgm. Martin Krumschnabel die „Verschleierung eines Finanzskandals“ vor, für diesen wiederum sind die Vorwürfe „schleierhaft“.

Laut Neos Bürgermeisterkandidatin Birgit Obermüller war die 2016 gegründete IT-Dienstleistungsfirma Manacare bereits zum Stichtag 31. Dezember 2019 massiv überschuldet: „Aufgrund der Zahlen hat die Zahlungsunfähigkeit schon Ende 2019 zu Buche geschlagen. Die Verantwortlichen wussten spätestens Anfang 2020, dass Manacare konkursreif ist. Die Reißleine hätte früher gezogen werden müssen.“ Obermüller und Neos-Klubobmann Dominik Oberhofer gehen von einer Insolvenzverschleppung aus: „Es geht um mindestens € 500.000,- Schaden für die Kufsteiner Steuerzahler, der durch die Manacare Pleite verursacht wurde“, berichtet Oberhofer und fordert Bgm. Martin Krumschnabel auf, alles aufzuklären, alle Quellen zugänglich zu machen und für Transparenz zu sorgen.

„Da wissen andere offensichtlich mehr“
Die Vermischung von politischen und wirtschaftlichen Themen sei lt. Manacare Geschäftsführer Manuel Putzer, BA für laufende Verkaufs- und Investorengespräche nicht dienlich, ein etwaiger Schaden könne dadurch unnötig größer werden. „Eine Zahlungsunfähigkeit Ende 2019 ist mir nicht bekannt, da wissen andere offensichtlich mehr. Ein negatives Eigenkapital wurde mit den rechtlich möglichen und für GmbH’s üblichen Mitteln im Zuge der Bilanzierung beim Firmenbuch bekannt gegeben. Das Unternehmen wird aktuell fortgeführt und im Zuge des Verfahrens wird die Rechtmäßigkeit überprüft, wobei ich persönlich zuversichtlich bin. Welcher Schaden für wen entsteht, ist heute noch nicht abzusehen. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es verschiedene Optionen, auch einen Verkauf der Software“, erklärt Putzer in einer Stellungnahme.

Zuständigkeit bei Manacare
Der Geschäftsführer der Stadtwerke Kufstein und Kufgem, Wolfgang Gschwentner, sieht die Zuständigkeit für das operative Geschäft bei der Geschäftsführung der Manacare GmbH. Der Schaden stehe bis dato noch nicht fest, die Schadenssumme von € 500.000,- konnte Gschwentner auf Anfrage des Kufsteinblick nicht bestätigen. Es hätten jedoch alle Gesellschafter ein Gesellschafterdarlehen zur Verfügung gestellt.

Vorwürfe an Bgm. Krumschnabel
„Wir mussten feststellen, dass Krumschnabel die Angelegenheit offensichtlich unter den Teppich kehren will. Nur eine Pressemitteilung des Kreditschutzverbandes informiert über die folgenschwere Pleite, der Bürgermeister schweigt“, stellt Oberhofer fest.
Bgm. Martin Krumschnabel  sieht  einen Tritt in das Fettnäpfchen, Neos würden ihre wirtschaftliche Inkompetenz beweisen: „Dieses Investment erfolgte ohne Befassung der Politik und ist auch kein Finanzskandal. Ein Skandal ist es schon eher, wenn eine selbsternannte Wirtschaftspartei aus der Tatsache einer Insolvenz an sich schon einen Skandal ortet. Worin eine Insolvenzverschleppung liegen sollte ist mir derzeit schleierhaft, abgesehen davon, dass das nicht eine Sache des Minderheitsgesellschafters, sondern der Geschäftsführung der Manacare wäre.“ Eine tolle Geschäftsidee habe nicht geklappt, das sei gerade in Corona Zeiten keine Seltenheit. „Während die sonstigen Beteiligungen der Stadt bzw. ihrer Gesellschaften Millionenerfolge sind, ist eine einzelne Beteiligung nicht erfolgreich, aber das ist in der Wirtschaft völlig normal“, ergänzt Krumschnabel.

Beteiligungsausschuss gefordert
Um für mehr Transparenz bei Beteiligungen zu sorgen, fordert Obermüller jetzt einen Beteiligungsausschuss nach Vorbild des Landes: „In diesem Ausschuss sollen alle Fraktionen vertreten sein und dort müssen die Firmen, an denen die Stadt direkt oder indirekt beteiligt ist, regelmäßig Informationen liefern und die Geschäftsführung den Gemeinderäten Rede und Antwort stehen.“ Oberhofer sieht in so einem Ausschuss einen Meilenstein in der Transparenzpolitik: „Selbst wenn es einen Aufsichtsrat gibt, fließen die Informationen sehr spärlich. Das muss das Learning sein in der Causa Manacare.“
Krumschnabel ist generell dafür, in der Stadt Kufstein ein Beteiligungsmanagement mit Firmen der Stadt, Banken und sonstigen Firmen aufzubauen, um Start-Ups in der Aufbauphase zu helfen. Dies sei aber keine Garantie, dass jedes Investment auch funktioniere. „Der Aufsichtsrat ist sicherlich kompetenter besetzt, als ein allfälliger Beteiligungsausschuss aus Politikern, da dort nur Menschen mit wirtschaftlicher Erfahrung sitzen, was ja augenscheinlich bei manchen Gemeindepolitikerinnen nicht der Fall ist“, kontert Krumschnabel und legt nach: „Ich sehe hier nur eine verzweifelte Wahlkämpferin, der die Felle davonschwimmen und die auch nicht davor zurückscheut, eine äußerst erfolgreiche Firma der Stadt Kufstein in Misskredit zu bringen. Ich hoffe, dass nach der Wahl wieder die Vernunft einkehrt und im neuen Gemeinderat nur Menschen mit gesunder Wirtschaftskompetenz sitzen, die den erfolgreichen Weg unserer Gesellschaften nicht behindern.“

Über Manacare
Manacare ist eine Software, welche die 24 Stunden Betreuung, sowie die gesamte Personenbetreuung digitalisiert und vernetzt dabei regionale Vermittlungsagenturen, Personenbetreuer, Agenturen in den Herkunftsländern sowie die Taxidienste.

Die Manacare GmbH schlitterte in die Insolvenz. (Foto: seventyfourimages)

Zu einem digitalen Diskussionsabend zu den Themen Verkehr und Mobilität in Kufstein luden am Freitag, 21. Jänner, LH-Stv. Ingrid Felipe und der Bürgermeisterkandidat der Grünen in Kufstein Stefan Graf.
Graf: „Verkehr ist in Tirol allgegenwärtig - und tritt damit in Konkurrenz zu unserem schönen Lebensraum. Dadurch fühlen sich in Kufstein immer mehr Leute  nicht mehr wohl.“
Felipe: „Kufstein ist immer wieder im Brennpunkt beim Thema Verkehr. In Kufstein wohnen viele Menschen, die mobil sind, aber es ist auch sehr beliebt, dort Urlaub zu machen. Da  gibt es nicht eine große Lösung, sondern  es braucht viele Stellschrauben. Wir sind da in Kufstein am Limit. Das sieht man alleine an den notwendigen Notmaßnahmen. Die Lösungen sollen vor allem klimafreundlich, aber auch erträglich sein.“
Anhand von fünf Themen (Rad, Öffis, Verkehrsbelastung, Zug, Fußgänger) wurde eruiert, bei welchen Themen es den größten Bedarf für eine Diskussion und Handlungsbedarf gibt.

Positives und Negatives
Als positiv wurde empfunden, dass es in Kufstein gute  Radanbindungen samt Beschilderungen, einen günstigen Stadtbus  mit  freundlichen Chauffeuren, viele Kreisverkehre und nur wenige Ampeln gibt sowie viele  Ziele zu Fuß erreicht werden können. Negativ wird die fehlende Rad- und Gehweganbindung von Bad Häring nach Kirchbichl gesehen und dass die Straßen zwischen Zentrum und Interspar sehr gefährlich für Radfahrer sind. Außerdem generell das zu hohe Verkehrsaufkommen in der Festungsstadt und in Wörgl und die zu laute Autobahn.

Ausfahrverbote
„Ausfahrverbote zu Tankstellen sind nicht sehr einfach durchzusetzen - dies muss gut dokumentiert werden und es muss auch eine Gefährdung vorhanden sein. Das eigentliche Problem ist der niedrige Dieselpreis. Das gehört abgeschafft, dann ist es nicht mehr  so attraktiv, in Österreich  zu tanken. Die Luft ist in Tirol besser geworden, die Maßnahmen wirken. Dadurch gibt es auch fast keine Möglichkeiten, wegen der Schadstoffe Fahrverbote zu erlassen“, so Felipe.
Für Felipe ist es wichtig, dass die finanziellen Mittel für die Leute vor Ort verwendet werden. Bei Ideen für den Tourismus sollen der TVB und die Region, die davon profitiert, mithelfen.

Rückbau
„Wenn der Verkehr weniger werden soll, werden mehr Straßen nicht förderlich sein, ich habe von einem Projekt gelesen, wo Straßen rückgebaut, sowie Grünstreifen und Radwege installiert und breite Straßen verschlankt werden - so etwas sollte überprüft werden, ob das bei uns nicht auch möglich ist“, so Nora Viertler, eine Teilnehmerin an dem Stammtisch.
Thimo Fiesel, Pressesprecher der Kufsteiner Grünen: „Wir bekommen den Verkehr aus Kufstein nicht raus, wenn wir neue Straßen bauen. Neue Straßen ziehen mehr Verkehr an, das zeigen die Studien.“

Autobahn-Lärmschutzwände
Die Lärmschutzwände auf der Autobahn in Kufstein sind fertiggestellt, was es noch nicht gibt, sind die Ergebnisse der Lärmmessungen, da man keine  Tage verwenden wollte, die coronabedingt schwächer ausfallen. „Es sollen keine reduziertenZahlen rauskommen, daher muss man auf den Zeitpunkt warten, bis man wieder auf den Stand ist wie vor der Coronakrise“, so Felipe.

Mit dem Verkehr in Kufstein beschäftigte sich vergangenen Freitag ein digitaler Stammtisch mit LH-Stv. Ingrid Felipe.
(Foto: Todd Arena)

Der Wörgler Winter Fotowettbewerb ging in diesem Jahr in die zweite Runde. Fotografiebegeisterte konnten im Rahmen dieses Wettbewerbs ihre schönsten Wintermomente aus der Region einschicken. Unter den zahlreichen Einsendungen wurden dann zwölf Motive ausgewählt, die im Dezember ein festlich geschmücktes Schaufenster in der Wörgler Bahnhofstraße zierten.

Online-Abstimmung kürte Siegerbilder
Über 1.100 Likes wurden im Rahmen einer Online-Abstimmung vergeben, um die drei Siegerbilder auszuwählen. Schlussendlich kürte die Online-Jury das Wintermotiv von Lukas Wolf zum Siegerbild, gefolgt von Christian Auf-schnaiter und Alex Mayr. Die drei Gewinner erhalten Wörgl-Gutscheine im Gesamtwert von € 450,-.

Verkauf der Bilder für guten Zweck
Die Bilder können zugunsten der Sozialinitiative „Licht für Wörgl“ ab sofort erworben werden. Weitere Informationen finden Sie unter: www.stadtmarketing.woergl.at

Die Sieger freuten sich über die „Siegprämie“ in Form von Wörgl Gutscheinen: GF Eva Teißl (Stadtmarketing Wörgl), Prok. Wolfgang Schönlechner (Raiffeisen Bezirksbank Kufstein), Christian Aufschnaiter, Lukas Wolf und Bgm. Hedi Wechner
(Foto: Hasselbeck)



Das Siegerbild von Lukas Wolf.

Der Kufsteinblick startet ins Jahr 2022 mit einer Erweiterung des Verteilungsgebietes. Die Stadt Wörgl und die Gemeinden Angath, Angerberg und Mariastein werden zur Stammausgabe hinzugefügt und erhalten damit ab sofort jede Ausgabe des Kufsteinblick mit der Post.
„Wir haben immer mehr Anfragen aus Wörgl erhalten, was uns dazu bewegt hat, das Verteilungsgebiet nochmals zu überdenken. Mit dieser Erweiterung können wir nun diese Wünsche erfüllen und werden damit die zwei größten Städte des Bezirkes mit jeder Ausgabe beliefern“, so Gerhard Pierzinger, Geschäftsführer des Kufsteinblick.
Bei der Neuausrichtung ist zudem auch noch die Gemeinde Kössen für die Großauflagen des Kufsteinblick hinzugekommen, und damit neben Hopfgarten, Itter, Going, Westendorf, Wiesing und Strass eine weitere - direkt angrenzende - Gemeinde der Nachbarbezirke, die einmal im Monat den Kufsteinblick erhalten.
„Das regionale Interesse hört nicht an der Bezirksgrenze auf - oft ist auch ein Blick über den Tellerrand hinaus wertvoll. Deshalb wird der Kufsteinblick auch in den Grenzgemeinden Kiefersfelden und Oberaudorf aufgelegt, weil dort das Interesse an den Geschehnissen im Bezirk Kufstein sehr groß ist“, weiß Pierzinger.
Die erste Ausgabe des Kufsteinblick erschien am 1. Oktober 2008 und inzwischen ist es die einzige Wochenzeitung im Bezirk, dessen Inhalt zu 100 % lokal produziert wird. Auch der 100%ige Anteil von Herausgeber Gerhard Pierzinger an der GmbH mit Sitz in Langkampfen garantiert die Regionalität der unabhängigen Zeitung.